Hallo Andreas,
auch bei einem leistungsgesteigerten Motor (Leistungssteigerung Anhaltswert unter 50%) ist der werksseitig verwendete Verteiler, der zum entsprechenden Motor gehört, die beste Alternative. Ich wüsste auch nicht, wie man ohne Motorleistungsprüfstand und umfangreicher Meßtechnik eine optimalere Verstellkurve finden könnte.
Einzige Ausnahme sind die Verteiler für die 4-Zylinder MG B der späten US-Modelle. Sie nehmen dem Motor Drehmoment und Leistung, um für die damaligen US-Vorschriften akzeptable Abgaswerte zu erreichen.
Das gilt auch für die Jaguar-Modelle mit Stromberg Vergasern. Ein Verteiler der frühen M B dort eingebaut, kann kleine Wunder bewirken, auch was den Verbrauch angeht.
Was ich in meinem Leben gelernt habe ist, auf keinen Fall die Fliehkraftverstellfedern gegen neue tauschen.
Es gibt hunderte verschiedene Federn zu den jeweiligen Verteilermodellen 25D, 45D, etc.und da die richtigen zu finden ist etwas für Spezialisten. Ich kenne da nur den Distributor Doc in England der das kann. Aber die originalen Federn, auch wenn sie stark angerostet sind, sind eigentlich immer noch brauchbar. Ein Austausch ist unnötig. Wenn der Verteiler niicht richtig verstellt, liegt das woanders.
Meine Meinung aus meiner Erfahrung.
Rob
Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
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- Noddy
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Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Der werksseitige Verteiler passt zum werksmäßigen Motor, warum sollte er noch passen nachdem man alles andere verändert hat?
Die Federn in der mechanischen Fliehkraftverstellung bilden die zweckmäßge Verstellung für unterschiedliche Drehzahlbereiche nach, da lässt sich natürlich nichts gezielt verändern.
Elektronische Verteiler brauchen keine Fliehkraftverstellung, da wird elektronisch jeder Drehzahl sein eigener Zündzeitpunkt zugeordnet. Diese freie Programmierbarkeit ist doch ideal um den Verteiler an die neuen Eigenschaften des veränderten Motors anzupassen.
Die Federn in der mechanischen Fliehkraftverstellung bilden die zweckmäßge Verstellung für unterschiedliche Drehzahlbereiche nach, da lässt sich natürlich nichts gezielt verändern.
Elektronische Verteiler brauchen keine Fliehkraftverstellung, da wird elektronisch jeder Drehzahl sein eigener Zündzeitpunkt zugeordnet. Diese freie Programmierbarkeit ist doch ideal um den Verteiler an die neuen Eigenschaften des veränderten Motors anzupassen.
#2303
Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Noddy,
wie ermittelt man die neuen Verteilerverstellwerte des modifizierten Motors? Mehr PS, mehr Frühkraftverstellung oder umgekehrt und was mache ich mit der Unterdruckverstellung? Schärfere Nockenwelle, höhere Verdichtung, mehr Brennraum, wie verändere ich da Fliehkraft- und Unterdruckverstellung und statische Zündvorgabe? Da ist mir nicht klar wie man das ohne Motorprüfstand und Meßmöglichkeiten ermitteln kann. Probieren wäre mir da viel zu heikel. Gerade wenn man sich an die Grenzen herantastet
Rob
wie ermittelt man die neuen Verteilerverstellwerte des modifizierten Motors? Mehr PS, mehr Frühkraftverstellung oder umgekehrt und was mache ich mit der Unterdruckverstellung? Schärfere Nockenwelle, höhere Verdichtung, mehr Brennraum, wie verändere ich da Fliehkraft- und Unterdruckverstellung und statische Zündvorgabe? Da ist mir nicht klar wie man das ohne Motorprüfstand und Meßmöglichkeiten ermitteln kann. Probieren wäre mir da viel zu heikel. Gerade wenn man sich an die Grenzen herantastet
Rob
- andreas.clausbruch
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Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Hallo,
Rob, da bin ich bei Micha :-).
Ansonsten: was macht es für einen Sinn einen Motor zu modifizieren ohne den auf dem Prüfstandtest korrekt einstellen zu lassen? Aus meiner Sicht: keinen...
Octagonale Grüße Andreas
Rob, da bin ich bei Micha :-).
Ansonsten: was macht es für einen Sinn einen Motor zu modifizieren ohne den auf dem Prüfstandtest korrekt einstellen zu lassen? Aus meiner Sicht: keinen...
Octagonale Grüße Andreas
- Noddy
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Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Für die Unterdruckverstellung hat z. B. die 123 einen Sensor, über den kann die Verstellung elektronisch nachgebildet werden. Ansonsten gibt es zu den Veränderungen Empfehlungen und experimentieren. Messen lassen sich CO und Lambda, das Kerzengesicht wird beurteilt und Erfahrungen werden ausgetauscht. Und Leistungsprüfstände werden ja auch hier reichlich frequentiert, nicht nur von Fahrern modifizierter Motoren.
Aber was sage ich das jemandem der sich mit Händen und Füßen wehrt am Su Vergaser mit Nadeln zu experimentieren.
Aber was sage ich das jemandem der sich mit Händen und Füßen wehrt am Su Vergaser mit Nadeln zu experimentieren.
#2303
- pfl
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Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Vielen Dank für Eure Erklärungen und auch die Folgediskussion.
Zu den von Andreas aufgeworfenen Fragen:
Ja - wie Rob auch schon geschrieben hat ist ein leichter Verschleiß in der Lagerung der Welle bei der Elektronik kein Problem. Ab einen zu hohem Maß des Verschleiß kann aber dennoch ein Problem entstehen. Allerdings fällt auch der mechanische Druck des Unterbrechers weg - die Elektronik arbeitet berührungslos, daher ist an sich auch die Taumelneigung der Welle geringer. Der Verlauf der Zündkurve wird hier wie beim Unterbrecher auch mechanisch hergestellt (Fliehgewicht/Federn) und die Kurve stimmt nur dann wenn diese Teile einwandfrei arbeiten - was gerade bei den Federn wegen Alterung gerne nicht der Fall ist. Insoweit ist ein elektronischer Verteiler wie die 123 im Vorteil da hier die Verstellung des Zündzeitpunkt von einer Mechanik unabhänig ist. Ausserdem lässt sich via Programmierung jede Verstellcharakteristik per Knopfdruck erzeugen - etwas das bei einem mechanischen Verteiler nur durch Feder- Gewichtewechsel möglich ist.
Nochmal zurück zur meiner Ursprungsfrage:
Wie die Zündung an sich funktioniert ist mir klar. Aber beim Unterbrecher ist der Stromkreislauf ja eine ganze Zeit geschlossen - es fließt also Strom der das Magnetfeld aufbaut.. Dann kommt die Nocke- Der Unterbrecher öffnet (also der Stromfluss wird unterbrochen) -> die gespeicherte Energie fließt in Richtung Zündkerze. Wir haben also während der Drehung des Verteilerfingers immer lange Zeibabschnitte in denen der Stromkreis geschlosssen ist und eine kurze Zeit in der er unterbrochen ist im Wechsel
Bei der Nachrüstzündung ist es aber genau umgekehrt: Man hat eine lange Zeit in der der Stromkreis offen ist und eine kurze in der er geschlossen ist. (Also Testlampe brennt nicht - brennt). Und hier liegt mein Verständnisproblem - warum klappt das (Es gibt ja offensichtich auch bei der Elektronischen Variante einen Zündfunken) obwohl der Prozess genau umgekehrt zum Unterbrecher ist.
Ich schließe hier die Testlampe wie folgt an:
Niederspannungsleitung am Verteiler abziehen. Also keine Verbindung Zündspule<-> Verteiler. Am Anschlus des Verteilers einen Pol der Testlampe. An einem Dauerplus der anderer Pol. Ist der Unterbrecher geschlossen liegt am Anschluss Masse an - Plus kommt von der anderen Seite und die Lampe leuchtet. Öffnet der Unterbrcher geht die Lampe aus weil die Masse jetzt fehlt. Habe ich hier bereits einen Denkfehler?
Während der der Drehung der Verteilerwelle lösen sich (lange) Phasen in der der Unterbrecher geschlossen ist (die Lampe leuchtet) mit kurzen in der er offen ist ab.
Aber:
Bei der elektronischen Variante läuft das genau umgekehrt: Es gibt lange Phasen in der er offen ist (lampe leuchtet nicht) und kurze in der sie leuchtet, also genau gegensätzlich zu dem Unterbrecherablauf.
Warum klappt das dennoch?
Klar eine Statusänderung (Lampe an/aus) gibt es auch hier die triggern kann. Mein Verständnis ist aber dass das Aufbauen der Zündenergie in der Zündspule eine gewisse Zeit benötigt (den Schließwinkel) wenn das auch nur Milisekunden sind. Und beider Elektronik gibt es diese "lange" Zeit nicht. Hier steht zum Ladenvorgang nur die kurze Zeit zur Verfügung in der die Lampe leuchtet.
Danke für weitere Aufklärung
Peter
Zu den von Andreas aufgeworfenen Fragen:
Ja - wie Rob auch schon geschrieben hat ist ein leichter Verschleiß in der Lagerung der Welle bei der Elektronik kein Problem. Ab einen zu hohem Maß des Verschleiß kann aber dennoch ein Problem entstehen. Allerdings fällt auch der mechanische Druck des Unterbrechers weg - die Elektronik arbeitet berührungslos, daher ist an sich auch die Taumelneigung der Welle geringer. Der Verlauf der Zündkurve wird hier wie beim Unterbrecher auch mechanisch hergestellt (Fliehgewicht/Federn) und die Kurve stimmt nur dann wenn diese Teile einwandfrei arbeiten - was gerade bei den Federn wegen Alterung gerne nicht der Fall ist. Insoweit ist ein elektronischer Verteiler wie die 123 im Vorteil da hier die Verstellung des Zündzeitpunkt von einer Mechanik unabhänig ist. Ausserdem lässt sich via Programmierung jede Verstellcharakteristik per Knopfdruck erzeugen - etwas das bei einem mechanischen Verteiler nur durch Feder- Gewichtewechsel möglich ist.
Nochmal zurück zur meiner Ursprungsfrage:
Wie die Zündung an sich funktioniert ist mir klar. Aber beim Unterbrecher ist der Stromkreislauf ja eine ganze Zeit geschlossen - es fließt also Strom der das Magnetfeld aufbaut.. Dann kommt die Nocke- Der Unterbrecher öffnet (also der Stromfluss wird unterbrochen) -> die gespeicherte Energie fließt in Richtung Zündkerze. Wir haben also während der Drehung des Verteilerfingers immer lange Zeibabschnitte in denen der Stromkreis geschlosssen ist und eine kurze Zeit in der er unterbrochen ist im Wechsel
Bei der Nachrüstzündung ist es aber genau umgekehrt: Man hat eine lange Zeit in der der Stromkreis offen ist und eine kurze in der er geschlossen ist. (Also Testlampe brennt nicht - brennt). Und hier liegt mein Verständnisproblem - warum klappt das (Es gibt ja offensichtich auch bei der Elektronischen Variante einen Zündfunken) obwohl der Prozess genau umgekehrt zum Unterbrecher ist.
Ich schließe hier die Testlampe wie folgt an:
Niederspannungsleitung am Verteiler abziehen. Also keine Verbindung Zündspule<-> Verteiler. Am Anschlus des Verteilers einen Pol der Testlampe. An einem Dauerplus der anderer Pol. Ist der Unterbrecher geschlossen liegt am Anschluss Masse an - Plus kommt von der anderen Seite und die Lampe leuchtet. Öffnet der Unterbrcher geht die Lampe aus weil die Masse jetzt fehlt. Habe ich hier bereits einen Denkfehler?
Während der der Drehung der Verteilerwelle lösen sich (lange) Phasen in der der Unterbrecher geschlossen ist (die Lampe leuchtet) mit kurzen in der er offen ist ab.
Aber:
Bei der elektronischen Variante läuft das genau umgekehrt: Es gibt lange Phasen in der er offen ist (lampe leuchtet nicht) und kurze in der sie leuchtet, also genau gegensätzlich zu dem Unterbrecherablauf.
Warum klappt das dennoch?
Klar eine Statusänderung (Lampe an/aus) gibt es auch hier die triggern kann. Mein Verständnis ist aber dass das Aufbauen der Zündenergie in der Zündspule eine gewisse Zeit benötigt (den Schließwinkel) wenn das auch nur Milisekunden sind. Und beider Elektronik gibt es diese "lange" Zeit nicht. Hier steht zum Ladenvorgang nur die kurze Zeit zur Verfügung in der die Lampe leuchtet.
Danke für weitere Aufklärung
Peter
MGB Pulldoorhandle 1962 GHN3L1029
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- pfl
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Re: Brauche mal Nachhilfe zum Verständnis Verteiler
Hallo Micha,
in Beitrag 2 schreibst du
lb. Grüße
Peter
in Beitrag 2 schreibst du
Die leitung zwischen Verteiler uns Spule schaltet doch Masse. Wenn Du eine Lampe zwischen dort und Masse schaltest gibt es doch nirgends "Plus" - die Lampe kann doch nicht brennen? Oder habe ich hier einen Denkfehler?Die Lampe leuchtet wenn kein Strom fließt ...natürlich nur dann wenn man die Lampe zwischen Masse und Unterbrecherkontakt schaltet.
Und dann stellt man den Verteiler natürlich auf den Punkt ein wenn der Kontakt auf- und die Lampe angeht.
lb. Grüße
Peter
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