Diese niederländische Messe stellt vom 14. bis 16. Januar den traditionellen Auftakt zum Jahresbeginn dar. Eigentlich dann, wenn alle Oldtimerliebhaber ihre geliebten Klassiker noch kuschelig warm in der Garage verborgen halten, um sie vor den widrigen Witterungseinflüssen der Jahreszeit zu schützen.
Doch dieses Jahr meinte es der Wettergott besonders gut und lies nach dem üppigen Weihnachtsschnee unerwartet die Sonne bei frühlingshaften 10 Grad für uns Driver scheinen.
Aha, dachte ich mir, schlüpfst Du (durch die günstige Lage im Dreiländereck) mal schnell in die Rolle des Rasenden Reporters, also flugs die Batterie nachgeladen, das Schätzchen ausgemottet und dann aber mal hurtig Gassi geführt, denn da müsste sich einiges aufgestaut haben? Auhuur nochemol (wi mer et in Oche e su sät), war das ein Genuß endlich noch mal den Kleinen zum Auslauf durch die „Dutch Mountains“ zu treiben. Als Belohnung gab es auch noch einen Stellplatz direkt neben dem Eingang, wo hat man das schon mal? Und hinter den Messe-Pforten gab es trotz Klein-Fein-Ausmaßen schon mal richtig Appetit für die kommende Saison. Diese Messe ist das größte Oldtimerereignis dieser Art in ganz Benelux. Im Rückblick auf die vergangene Messe 2010 kann man genüsslich feststellen, dass sie durch das rassige Hauptthema - 100 Jahre Alfa Romeo - bei Besuchern und Ausstellern zu einem riesen großen Erfolg geführt hat. Deshalb jetzt auch meine Erwartungen zu dem nicht minder interessanten diesjährigen Thema - 125 Jahre Mercedes-Benz. Denn Benz war der erste Automobilproduzent,der Welt und begann mit seinem ersten Fahrzeug schon 1885 und arbeitete später mit Gottlieb Daimler zusammen.
Das Schicksal führte 1900 den Ungarisch/ Österreischischen Konsul Jellinek als ersten Großkunden mit einer Bestellung von 36 Fahrzeugen zu Benz. Herr Daimler war von der Tochter „Mercedes“ des Konsuls so begeistert , dass er seine Autos fortan mit dem Namen MERCEDES versah und dadurch eine große Auto-Marke schuf. MB NL und MB Automobiel Clubs NL stellten für die Messe eine beindruckende Flotte an Fahrzeugen zusammen, die außer den üblichen 300er SL´s auch noch mit dem raren Highlite in Form eines 60er Jahre Pininfarina S-Klasse Unikats glänzte. Außer dem Thementräger Mercedes gab es reichlich Attraktionen, obwohl die Messe nur ca. ein Viertel der Fläche der Techno Classica hat. So gab es ein breit gefächertes Angebot an sehr guten Exponaten wie Engländer, Italiener, Deutsche und interessante Einzelstücke von liebevollen Markenclubs mit professionellem Auftritt, wie der Healey-Club NL. Eine Halle war dem Bereich Ersatzteile, Modelle, Literatur, Kunst und Kuriosa gewidmet. Besonders interessant war eine Randzeile mit mehreren regelmäßig im Rennbetrieb bewegten Bugattis, davon zwei mit abgehobener Karosserie. Da kam man aus dem Staunen, ob der gebotenen Detailvielfalt, nicht mehr hinaus. Auch ein noch nie live gesehener seltener Bolide amerikanischer Prägung, der wie eine Mischung aus RollsRoyce und Batmobil wirkte, STUTZ genannt, weckte mein Interesse.
Gegen Ende des Sonntags sah man an immer mehr guten Ausstellungsstücken Schilder mit der Info VERKOCHT / SOLD prangen. So scheinen alle auf ihre Kosten gekommen zu sein. An Informations-Ständen sind besonders der von Schloss Dyck und zur Techno Classica zu erwähnen. Auch unser MGDC Technik-Seminar Freund Kamps aus Kevelaer am Niederrhein hatte sich in den Nachbar - Claim gewagt und war sehr zufrieden. Auf der Rückfahrt lies ich mit dem Resumee, schade, dass es schon wieder vorbei ist, alles nochmal Revue passieren und kehrte kurz beim Flying Squirrel in Vaals ein, um ihm meine neuste Modell-Erwerbung, der B als 64er Monte Sieger von ART Tech, zu zeigen.
Text und Fotos Axel Steinert
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