Hauptlager Kappen gebrochen

Technische Hilfe für den Midget

Moderatoren: Gagamohn, JuanLopez

Muuuuuuuux
Beiträge: 19
Registriert: 7. Mai 2020, 16:24
Fahrzeug(e): MG Midget

Hauptlager Kappen gebrochen

#1

Beitrag von Muuuuuuuux » 17. Sep 2022, 17:11

Hallo zusammen,

nachdem mein 1500er Motor letztes Jahr im Hochwasser NRW komplett unter Wasser stand, habe ich ihn in den letzten Wochen/Monaten komplett zerlegt, alles gereinigt was noch zu retten war und für circa 600€ neue Teile gekauft.
Heute sollte dann der Zusammenbau starten. Beim festschrauben der Hauptlager sind mir jedoch zwei Kappen gebrochen. Und nein, ich meine nicht die Hauptlagerschalen, sondern die massiven Gusskappen, die jeweils eine Lagerschale halten. Ich habe die Schrauben (wie im Workshop Manual beschrieben) auf 88Nm angezogen.

Jetzt meine Frage: Gibt es irgendeine Möglichkeit diesen Schaden wieder zu beheben? Und ja, ich weiß, dass die Kappen mit dem Motor eine Einheit bilden und bei der Fertigung zusammen gefräst wurden und es daher nicht möglich ist einfach so neue einzusetzen.
Ich bin gerade ehrlich gesagt mit meinen Nerven am ende und könnte nur noch heulen.. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich dachte letztes Jahr nach dem Hochwasser ich kann das Projekt so wie es ist dem Metallschrotthändler geben, habe mich dann doch aufgerafft und bis hierhin schon so viel Stunden und Geld in diesen Motor investiert und das der jetzt womöglich ein Totalschaden ist zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Also bitte, wenn irgendjemand eine Idee hat, gerne her damit! Ich dachte auch schon, dass ich die Kappen vielleicht zu einem Schlosser bringen kann, der die professionell schweißt? Auf der Seite wo die Lagerschalen eingelegt werden ist nichts gebrochen, sondern "nur" die Bohrungen wo die Schrauben durchgehen sind nach außen weg gebrochen.

Das Ding soll kein Hochleistungsmotor werden, das war mir schon klar, als ich den das erste mal geöffnet habe. Ich will ihn einfach wieder zum laufen bringen um ihn dann irgenwann in mein Midget Projekt einzubauen. Hohe Drehzahlen will ich damit nie erreichen...

Hoffe mir kann jemand helfen. Danke schon mal im Voraus!
Max

Benutzeravatar
DePee546
Beiträge: 1358
Registriert: 13. Aug 2020, 20:47
Fahrzeug(e): MGB

Re: Hauptlagerböcke gebrochen

#2

Beitrag von DePee546 » 17. Sep 2022, 17:26

Die Lagerböcke sind NICHT zu retten, vergiß' das ganz schnell.

Lösungsansatz ganz unten.

Stimmt das Drehmoment wirklich ?
Waren die Böcke beim Anziehen spannungsfrei drauf ?
Irgendwie scheint mir eher ein Montagefehler vorzuliegen, denn normalerweise passiert so etwas nicht wenn VORHER alles korrekt vermessen worden ist und die richtige Größe an Lagerschalen montiert wird.
Oder die Böcke falsch herum bzw. nicht gleichmäßig angezogen worden sind.

Vor allem verstehe ich nicht warum man nicht nach dem ersten gebrochenen Bock aufhört und den Grund sucht für das Malheur.

Aber mit 2 anderen Lagerböcken lässt sich bei einem Motorenbauer die Grundbohrung neu nacharbeiten/wieder herstellen.

Gruß,
Darius
Darius.
_._._._._._._._._._._._._._._._._._.
Add lightness - frei nach ACBC:
Die Rezeptur für Fahrspass

Racing is life

Muuuuuuuux
Beiträge: 19
Registriert: 7. Mai 2020, 16:24
Fahrzeug(e): MG Midget

Re: Hauptlagerböcke gebrochen

#3

Beitrag von Muuuuuuuux » 17. Sep 2022, 18:10

SimoneD hat geschrieben: 17. Sep 2022, 17:26 Die Lagerböcke sind NICHT zu retten, vergiß' das ganz schnell.

Lösungsansatz ganz unten.

Stimmt das Drehmoment wirklich ?
Waren die Böcke beim Anziehen spannungsfrei drauf ?
Irgendwie scheint mir eher ein Montagefehler vorzuliegen, denn normalerweise passiert so etwas nicht wenn VORHER alles korrekt vermessen worden ist und die richtige Größe an Lagerschalen montiert wird.
Oder die Böcke falsch herum bzw. nicht gleichmäßig angezogen worden sind.

Vor allem verstehe ich nicht warum man nicht nach dem ersten gebrochenen Bock aufhört und den Grund sucht für das Malheur.

Aber mit 2 anderen Lagerböcken lässt sich bei einem Motorenbauer die Grundbohrung neu nacharbeiten/wieder herstellen.

Gruß,
Darius
Hallo Darius,

Danke für die rasche Antwort!
Das Drehmoment stimmt, habe ich im Reparaturhandbuch und im Internet nachgeschaut.
Möglicher Fehler, der mir im Nachhinein aufgefallen ist: Ich habe nur die Schrauben rein gedreht, also ohne Federring. Als ich den Motor auseinander genommen habe, waren hier aber auch keine verbaut. Auf Explosionszeichnungen im Internet sind diese jedoch eingezeichnet. Könnte das damit zusammenhängen?

Ich habe die Schrauben genau so angezogen wie du es beschrieben hast. Also gleichmäßig jede immer ein bisschen mehr. Im letzten Durchgang ist dann bei der 4. Schraube der Bock gerissen. anschließend habe ich mir alle Böcke nochmal angeschaut und in dem, den ich noch gar nicht komplett angezogen habe, auch einen Riss entdeckt. Beide schrauben wieder raus gedreht und beim lösen der Schraube ist das Teil einfach abgefallen. Also scheint der Riss schon beim festziehen unbemerkt gekommen zu sein.

Okay, also führt wohl kein Weg am Motorenbauer vorbei.. Dann kontaktiere ich am Montag mal einen.
Weißt du, wo ich zwei Lagerböcke her bekomme? Bei den üblichen Händlern im Internet finde ich keine...

Viele Grüße
Max

Benutzeravatar
2sheep
Beiträge: 611
Registriert: 6. Feb 2017, 16:16
Fahrzeug(e): MGB `73, Saab 900, W124
Wohnort: WW

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#4

Beitrag von 2sheep » 17. Sep 2022, 18:14

Hallo Max,

So etwas ist wirklich nicht schön.
Meinst du mit den „Kappen“ die untere Hälfte der Lagerböcke, wo die nach unten zeigenden Schalen eingelegt werden?
Wenn die Brechen, sind sie endgültig kaputt.
Stimmt das Spiel zwischen Welle und Lagerschalen? Nicht das Schalen im Untermaß drin sind und das Spiel negativ wird.

viele Grüße

Matthias

Benutzeravatar
DePee546
Beiträge: 1358
Registriert: 13. Aug 2020, 20:47
Fahrzeug(e): MGB

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#5

Beitrag von DePee546 » 17. Sep 2022, 19:29

2sheep hat geschrieben: 17. Sep 2022, 18:14 Stimmt das Spiel zwischen Welle und Lagerschalen? Nicht das Schalen im Untermaß drin sind und das Spiel negativ wird.
SimoneD hat geschrieben: 17. Sep 2022, 17:26 (...)und die richtige Größe an Lagerschalen montiert wird.
Das gilt es zuerst zu prüfen.
Es muss ohnehin zuallererst der Grund/Fehler beim Zusammenbau gefunden werden.

Gebrauchtteile aus einem Schrottblock sind the way to go.

Gruß,
Darius
Darius.
_._._._._._._._._._._._._._._._._._.
Add lightness - frei nach ACBC:
Die Rezeptur für Fahrspass

Racing is life

Muuuuuuuux
Beiträge: 19
Registriert: 7. Mai 2020, 16:24
Fahrzeug(e): MG Midget

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#6

Beitrag von Muuuuuuuux » 17. Sep 2022, 19:51

Also das Spiel habe ich ehrlicherweise nicht geprüft.. Ich habe die Lagerschalen ganz normal als Standardgröße gekauft, also kein Übermaß oder so, da ich ja weder an den Dimensionen der Kurbelwelle was verändert habe, noch habe ich die Lager größer gebohrt. Dachte dann müsste die Standardgröße passen... Dem war wohl nicht so. :(
Wobei ich dann aber auch nicht verstehe, warum die Bohrungen an den Schrauben aufbrechen. Das sieht mir irgendwie danach aus, als wenn die Schraube zu viel Kraft auf den Bock ausübt, also das Drehmoment zu hoch ist. Das jedoch habe ich ja aus dem Reparaturhandbuch entnommen...

Weiß einer von euch, ob die Böcke vom 1300er Motorblock passen? Hätte da evtl. nen Schrottblock in Aussicht...

Mit dem Thema korrekte Lagerschalen muss ich mich dann wohl nochmal beschäftigen.. Dachte echt, dass man nur andere braucht, wenn man wirklich aktiv was an den Dimensionen verändert. Ihr merkt, das ist der erste Motor an dem ich mich versuche.

Danke und viele Grüße
Max

Sebring 5.0
Beiträge: 186
Registriert: 25. Dez 2012, 20:48
Fahrzeug(e): MGB GT 5.0 Sebring, Pullhandle, GT V8

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#7

Beitrag von Sebring 5.0 » 17. Sep 2022, 20:02

Servus,

für das Geld was es kostet die Hauptlagergasse zu spindeln, bekommst Du auch einen sehr guten gebrauchten Unterbau.
Also wenn nicht grade das Herz dran hängt, würde ich das lieber so machen.
Ansonsten eben zwei Hauptlagerböcke gebraucht besorgen, diese in der Höhe anfräsen und dann die Lagergasse spindeln lassen.
Nichts ist unmöglich ;).

Gruß

Rüdiger

Benutzeravatar
DePee546
Beiträge: 1358
Registriert: 13. Aug 2020, 20:47
Fahrzeug(e): MGB

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#8

Beitrag von DePee546 » 17. Sep 2022, 20:22

Muuuuuuuux hat geschrieben: 17. Sep 2022, 19:51 Ihr merkt, das ist der erste Motor an dem ich mich versuche.
Darum: Beim Wiederaufbau jemand an die Seite holen, der was davon versteht. Weil man am besten nicht aus eigenen Fehlern lernen soll(te).

ABER ZUALLERERST MUSS DER GRUND FÜR DAS JETZIGE FIASKO GESUCHT UND GEFUNDEN WERDEN.

Gruß,
Darius
Darius.
_._._._._._._._._._._._._._._._._._.
Add lightness - frei nach ACBC:
Die Rezeptur für Fahrspass

Racing is life

Benutzeravatar
marc-ks
Beiträge: 2388
Registriert: 11. Mär 2013, 10:22
Fahrzeug(e): MGB Bj 65 Pullhandle, Spitfire Mk3 Bj 69
Wohnort: Kassel, Walterschen

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#9

Beitrag von marc-ks » 17. Sep 2022, 21:58

Als Spitfire Schrauber, hast Du möglicherweise die Einbaurichtung und/oder die Deckel vertauscht? Die ist nach meiner Erinnerung auch beim 1500 seitlich eingeschlagen? Drehmoment stimmt.
Die Deckel vom späten 1300er, also ab Mk4 FE oder höher passen, aber die Gasse muss gespindelt werden.
Risiko, wenn es Dir egal ist, Deckel mit Lagern einsetzen und mit Drehmoment anziehen. Wenn die Welle frei dreht und nicht klemmt, kann es klappen auch ohne Spindeln.
Grüße Marc
#2315

Bild

Muuuuuuuux
Beiträge: 19
Registriert: 7. Mai 2020, 16:24
Fahrzeug(e): MG Midget

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#10

Beitrag von Muuuuuuuux » 17. Sep 2022, 22:53

Okay, ich danke euch wirklich sehr! Ihr macht mir Hoffnung, dass noch nicht alles ruiniert ist :) .
Dann versuche ich mir die Deckel vom 1300 zu organisieren!

Reihenfolge und Ausrichtung der Deckel passt.
@marc-ks weißt du zufällig ob da Federringe beim Einbau dran kommen?

Wie genau messe ich denn das Lagerspiel?
Wenn ich die Methode mit Wachsstreifen genommen hätte, wäre ich ja im Grunde genau so vorgegangen (abgesehen vom schmieren). Ich hätte die Deckel mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen und auch da wären sie vermutlich gebrochen.

Oder meint ihr, ich soll bei ausgebauter Kurbelwelle den (Außen-)Durchmesser der Zapfen messen und parallel den (Innen-)Durchmesser der Lager (inkl. eingebauter Lagerschalen bei vorgeschriebenem Drehmoment) und dann schauen ob die Differenz mit dem Lagerspiel aus der Reparaturanleitung übereinstimmt?

Irgendwie kann ich mir das nicht so richtig vorstellen, dass es an der Größe der Lagerschalen liegt. Hätte gedacht, dass sich die Kurbelwelle dadurch vielleicht besser oder schlechter per Hand drehen lässt, aber nicht, dass mir da gleich die Deckel kaputt brechen.

Benutzeravatar
DePee546
Beiträge: 1358
Registriert: 13. Aug 2020, 20:47
Fahrzeug(e): MGB

Re: Hauptlagerböcke gebrochen

#11

Beitrag von DePee546 » 17. Sep 2022, 23:07

Ich kann mich nur wiederholen:

Du stocherst tapsend im Nebel herum !

Prüfen, messen und wissen was man tut lautet die Devise und nicht "glauben, schätzen, sich etwas vorstellen oder vermuten".
Das ist nicht klugscheisserisch gemeint, sondern rein erfahrungsbasiert.

Hole dir jemanden an die Seite, der was davon versteht, ansonsten baust du dir die nächsten Fehler ein. Das Thema ist zu komplex um mittels WHB, Google & Foren alles richtig zu machen, wenn man keine Erfahrung hat.

Man sollte aus Fehlern lernen und diese nicht wiederholen.

Gruss,
Darius
Darius.
_._._._._._._._._._._._._._._._._._.
Add lightness - frei nach ACBC:
Die Rezeptur für Fahrspass

Racing is life

Muuuuuuuux
Beiträge: 19
Registriert: 7. Mai 2020, 16:24
Fahrzeug(e): MG Midget

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#12

Beitrag von Muuuuuuuux » 17. Sep 2022, 23:13

Hey Darius,

nur kenne ich leider niemanden, der Erfahrungen damit hat :| .
Dachte halt, wenn du mir den Tipp gibst, dass ich vielleicht mal das Lagerspiel checken soll, du mir evtl. auch sagen kannst wie ich das anstelle, ohne das ich mir die nächsten Deckel zerstöre ;)

Benutzeravatar
DePee546
Beiträge: 1358
Registriert: 13. Aug 2020, 20:47
Fahrzeug(e): MGB

Re: Hauptlagerböcke gebrochen

#13

Beitrag von DePee546 » 17. Sep 2022, 23:20

Nochmals: Das Thema ist zu komplex für "Tipps" wenn die Erfahrung komplett fehlt.
Aus der Ferne nützen dir keine Tipps, man muss zuerst den Fehler finden warum das zweifache Malheur passiert ist.

Das ist eine Art Detektivarbeit step-by-step. Vor Ort.

Und direkt zu sagen "ich kenne niemanden" ohne vorher zu suchen, ist der falsche Ansatz. Da würde ich in dem Fall z.B. (wenn sich hier im Forum niemand aus der Nähe findet) im Spridget-Forum anfragen nach kompetenter Hilfe in deiner Wohnortnähe.

Gruß,
Darius
Darius.
_._._._._._._._._._._._._._._._._._.
Add lightness - frei nach ACBC:
Die Rezeptur für Fahrspass

Racing is life

Benutzeravatar
marc-ks
Beiträge: 2388
Registriert: 11. Mär 2013, 10:22
Fahrzeug(e): MGB Bj 65 Pullhandle, Spitfire Mk3 Bj 69
Wohnort: Kassel, Walterschen

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#14

Beitrag von marc-ks » 17. Sep 2022, 23:31

Oder im
https://www.spitfire-forum.eu/
Ich hatte noch nie gebrochene Lagerdeckel, normalerweise setze ich die gleichen Lagerschalen wie zuvor ein, ohne Messen. Aber es kommt vor, dass bei einer günstigen Reparatur nicht alle 3 Hauptlager auf das gleiche Untermaß geschliffen wurden. Weiß jetzt nicht wo Du genau herkommst, aber in NRW ist die Spitfire Szene riesig.
Grüße Marc
#2315

Bild

major_healey
Beiträge: 450
Registriert: 12. Nov 2010, 23:48
Fahrzeug(e): AH Sprite Mk IV 1970
Wohnort: Stolberg

Re: Hauptlager Kappen gebrochen

#15

Beitrag von major_healey » 17. Sep 2022, 23:57

Muuuuuuuux hat geschrieben: 17. Sep 2022, 22:53 Dann versuche ich mir die Deckel vom 1300 zu organisieren!
Hallo Max,

damit ist aber der 1300er Spitfire-Motor gemeint, oder? Der 1300er Midget-Motor ist ein ganz anderer Motor (Austin A-Serie) und kein Triumph-Motor!
Beste Grüße!
Stolli

Antworten