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MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 14. Mai 2013, 21:55
von peterK
Hallo liebe MG-Freunde,

mein MGB V8 (SD1 3500, 2x HIF 6 Vergaser, Pertronix Rover V8 Replacement 35DLM8 Zündverteiler) ist schon seit Herbst nicht mehr fahrbar und ich habe den Fehler immer noch nicht gefunden.
Bei einer Ausfahrt fing der Motor plötzlich leicht zu ruckeln an. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer, und bald lief er zwar im Leerlauf, war aber auch mit vorsichtigem Gasgeben fast nicht mehr auf Drehzahl zu bringen. Wenn er jedoch einmal ca. 3000U/min erreicht hatte, schoss er richtig davon, nicht ohne aus dem Auspuff eine beeindruckende, ein Meter lange Flamme auszustossen.
Mein Frust ist mittlerweile größer als die Freude am MG. Vernünftigerweise bringt der Laie sein Auto dann mal in eine Werkstatt. Dort, genauer gesagt bei einer alteingesessenen KFZ-Elektrik Firma in meiner Nähe konnte ich ihn nach zwei Tagen wieder abholen. Ergebnis: Ursache nicht gefunden. Sie wollten auch nicht mehr weitersuchen, ich sollte mich mal an jemanden wenden, der sich speziell mit dem MGB V8 auskennt. Ich bin ratlos, vielleicht kann mir von euch jemand einen Tipp geben.
Hat von euch vielleicht jemand eine Idee?
Danke schon mal!
Peter

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 14. Mai 2013, 23:22
von Ralph 7H
Hallo Peter,

welche Benzinpumpe ist eingebaut und welcher Kraftstofffilter? Welche Zündkabel werden verwendet und wie sind die verlegt? Wie ist die Grundeinstellung des Verteilers? Wurden die Vergaser mal gewartet?

Wenn es das Auto auf dem Avatar ist, wie ist die Anbauposition der Vergaser gewählt worden? Rover V8 oder BGT V8 und wie wurde die Luftfilteranlage angebaut?

Sorry, all diese Punkte können dein Unbehagen verursachen und daher sind entweder Bilder oder detailiertere Beschreibungen nötig.

Safety Fast !

Ralph

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 14. Mai 2013, 23:37
von brasil
Hallo Peter..

hört sich an wie eine defekte Nockenwelle... was für Öl hast Du gefahren Die Motore haben eine flat tappet Nockenwelle...falsches Öl killt die Nocken... und dann gibt es teufliche Fehlzündungen

Demontier mal die Ventildeckel.... und dann prüfe , ob sich alle Ventile bewegen...und wenn ja, wie hoch der Hub ist... Dazu den Motor durchdrehen... ( vorher die Zündkerzen raus..dann dreht es sich leichter..)

Gruß Jürgen

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 15. Mai 2013, 08:59
von peterK
Hallo Ralph, hallo Jürgen,
Danke für eure schnellen Antworten!

Die Vergaser sind auf einer original MGB GT Ansaugbrücke angebaut. Ich habe sie vor einem Jahr komplett überholt. Als Düsen sind BDA eingebaut, Luftfilter ist Eigenbau. Benzinpumpe habe ich seit einem Jahr eine Hardi 18812 eingebaut. Kraftstofffilter sind 2 eingebaut. Ich habe den Schlauch mal abgebaut und die Pumpe arbeiten lassen. Ich habe es zwar nicht gemessen, aber den Eindruck, dass sie immer noch einwandfrei pumpt. Als Zündkabel habe ich welche von NGK für den Rover SD1. Ich habe sie genauso wie die Zündkerzen (NGK BP6ES) letzte Woche erneuert, ohne Ergebnis. Bei Grundeinstellung des Verteilers bin ich mir nicht sicher, was du meinst. Zündung ist auf 6° vor OT im Stand eingestellt. Mit all diesen Ein- und Umbauten bin ich ca. 2000 km völlig problemlos gefahren.

Ich verwende seit 2 Jahren Duckhams 20W50 Classic Motorenöl. Die Nockenwelle ist laut Vorbesitzer eine "scharfe Nockenwelle", welche konnte er nicht sagen. Dafür spricht auch die ungewöhnlich geringe gemessene Verdichtung von 7,8 - 8,5 bar. Ich werde, sobald ich wieder Zeit habe mal die Zyl.kopfdeckel abbauen und den Ventilhub überprüfen. Allerdings kann ich mir eine defekte Nockenwelle fast nicht vorstellen, da er bei Drehzahlen über 3000U/min wieder richtig Leistung hat, andererseits zwischen 900 und 3000U/min fast nicht auf Touren zu bringen ist.

Grüße aus dem Allgäu
Peter

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 15. Mai 2013, 10:50
von Ralph 7H
Hallo Peter,

bitte mess mal den Kraftstoffdruck der Pumpe. Kontrolliere auch die offene Förderleistung in den Herstellerangaben.
Meine Erfahrung war beim V8 teilweise vergleichbar mit deinen Beobachtungen. Abhilfe schaffte dann eine entsprechende Pumpe. Meine war von Texair mit 6,5 PSI. Ein Bekannter hat in seinem V8 die Red Top von Facet, die auch hinreichende Förderung sichert. Im Betrieb beträgt der Kraftstoffdruck dann ca. 4,2 bis 4,5 PSI. Bei den SU's kann ein Druckregler nötig werden.
Versuche mit der SU-Pumpe und der Mikuni waren bei mir nicht befriedigend und zeigten ähnliche Schwierigkeiten wie beschrieben.
Bei den Zündkabeln sollte darauf geachtet werden, dass Abstandshalter sie fixieren. Die Kabel sollten keinen Kupferkern enthalten. Günstig und gut sind die Acell-Kabel für den Buck 215 im BV8. Die Zündeinstellung würde ich etwas verändern und versuchsweise mehr Frühzündung probieren.
Bei den Luftfiltern sollte die Zuleitung für Frischluft so weit wie möglich nach vorne gehen, wenn man keine Fächerkrümmer durch die Innenkotflügel benutzt.

Bei der Nockenwelle mußt du tatsächlich den Hub ausmessen. Allein das schränkt das Auswahlkriterium etwas ein denn es gibt sehr viele Wellen zur Auswahl für den Rover V8 und dessen Pendant, den Buick, Oldsmobil und Pontiac 215. Serienmäßig ist der Rover V8 mit einer 285° Welle mit 0.390" Einlasshub und 0,385" Auslaßhub (jeweils Nockenhub!) ausgerüstet. Mit dieser Welle lassen sich Leistungen bis etwas über 200 PS realisieren.
Aus Unwissenheit werden gelegentlich 'schärfere Wellen' verwendet, die mehr Überschneidung aufweisen aber dann meist mit festen Stößeln und anderen Kipphebeln verwendet werden müssen. Wird das nicht beachtet, läuft irgend wann etwas schief.
Die angegebenen Drücke (beim 3,5er mit 9,35 rechnerischer Verdichtung) sprechen m.E. entweder für eine High-Lift Cam oder eine mit mehr als 285° Überschbeidung. In beiden Fällen wäre dann auch die Gasversorgung mit den beiden SU's ein wenig dürftig. Rechnerisch würden dann schon 2" Vergaser nötig, die aber Einbauprobleme bereiten oder man wählt den 390er Holley oder versucht den 400er Carter zu finden. Vorsicht mit dem Edelbrock 500. Der passt erst richtig bei Motoren mit 4,2 bis 4,6 Ltr., fahrbar ist der Wagen damit aber auch, wenn man den spontanen 'Biss' nicht vermisst.

Safety Fast !

Ralph

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 15. Mai 2013, 21:45
von MBL546E
brasil hat geschrieben:...falsches Öl killt die Nocken... und dann gibt es teuflische Fehlzündungen
peterK hat geschrieben:Wenn er jedoch einmal ca. 3000U/min erreicht hatte, schoss er richtig davon, nicht ohne aus dem Auspuff eine beeindruckende, ein Meter lange Flamme auszustossen.


@ Jürgen: Ich denke du liegst falsch und Peter sollte Ralphs Rat befolgen; klingt sehr danach, daß der Motor "untenrum" mit Kraftstoff regelrecht zugeschüttet wird und diese Menge erst ab den erwähnten 3k rpm verwerten kann. Was vorher zuviel reingeflossen ist und sich im Abgastrakt gesammelt hatte, wird dann wie beim feuerspeienden Drachen nach draussen gelassen. Und eine Nockenwelle mit relativ viel Überschneidung verstärkt diesen Effekt in der Tat noch zusätzlich, auch da ist der Hinweis von Ralph zielführend.

Gruß,

Finney.

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 15. Mai 2013, 21:56
von brasil
@ Finney...

vor xx Jahren hatte ich einen Diplomat V8 die Symtome waren dieselben.... nur das auch Flammen aus dem Vergaser kamen.... die Nocke war am Ende.

Was mich stutzig macht, das anscheinend die Sache "schleichend " begann... und sich dann "steigerte".... Ich denke da immer erst an Verschleiß :?

Ich bin gespannt.... was es am Ende ist



Grüße Jürgen

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 15. Mai 2013, 23:03
von MBL546E
brasil hat geschrieben:.... nur das auch Flammen aus dem Vergaser kamen....
peterK hat geschrieben:Wenn er jedoch einmal ca. 3000U/min erreicht hatte, schoss er richtig davon, nicht ohne aus dem Auspuff eine beeindruckende, ein Meter lange Flamme auszustossen.
Leichte Differenz, oder ?
Wenn die NW defekt wäre, wäre gerade obenrum keine Leistung mehr da.
Peters Motors "spuckt" nicht ins Ansaugsystem, sondern schmeißt unverbrannten Kraftstoff ins Abgassystem. Und das reichlich.

Gruß,

Finney.

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 16. Mai 2013, 08:15
von peterK
vielleicht noch zum besseren Verständnis: der Fehler trat plötzlich während einer längeren Fahrt auf und wurde innerhalb von 10 km immer schlimmer bis der jetzige Zustand erreicht war. Aus dem Vergaser kamen keine Flammen.
Nach meinem Verständnis kann es daher kein Verschleißproblem sein. Irgend etwas ist also in sehr kurzer Zeit defekt geworden.
Das die Benzinpumpe die Ursache ist, kann ich mir nicht richtig vorstellen. Zum einen war sie nur ein paar Monate alt und zum anderen lief der Motor ja bis dahin einwandfrei. Die Zündkerzen sind bei einigen Zylindern, merkwürdigerweise nicht bei allen rußig und nass. Der Motor ist im Leerlauf ab 900 U/min kaum mehr auf höhere Drehzahlen zu bringen ist, man muss ganz vorsichtig Gas geben, aber wenn dann endlich 3000 U/min erreicht sind läuft hat er wieder richtig Power. Ab 3000 U/min, also da wo er sicher wesentlich mehr Sprit braucht als bei 1.200 U/min, ist auf jeden Fall ausreichend Sprit da.

Die Zündkabel sind speziell für den SD1 Motor und entsprechend auch nicht aus Kupfer. Ich habe auf jeder Seite 2 Abstandshalter verwendet.

Gruß
Peter

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 16. Mai 2013, 08:30
von mgbracer
Teste doch mal durch ob alle Zündkerzen einen Funken machen. Wenn einige nass sind kann es sein das sie nicht mehr funktionieren. Feuer aus dem Auspuff ist in der Tat das Verbrennen von Sprit der zuvor unverbrannt da hin gekommen ist.
Mir ist schon einmal ein Schalldämpfer explodiert, weil zu lange probiert.
Da es sich ja um eine elektronische Zündung handelt kann es auch sein das sie untenrum nicht mehr funktioniert, in höheren Drehzahlen aber alles noch sauber läuft. Da kann man leider wenig prüfen. Im Zweifelsfall würde ich einfach mal eine andere einbauen. Ich fahre die Mallory Zündung und da ist mir aufgrund einer schlechten Masseverbindung auch die Elektronik abgeraucht. Auto sprang mit dem Anlasser nicht mehr an, wenn es angeschleppt wurde lief es aber. Neue Platine rein, separates Massekabel und alles wieder prima.
Ich tippe auf jeden Fall auch auf die Zündung.

Viele Grüße
Marco

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 16. Mai 2013, 09:57
von Ralph 7H
Hallo Peter,

nach der letzten Beschreibung würde ich die Vergaser prüfen, spezell auf die Befestigung der Düsennadel im Kolben und die Leichtgängigkeit der Kolben in den Dämpfergehäusen. Hintergrund sind die unterschiedlichen Kerzenbilder. Da die Ansaugbrücke mit jedem Vergaser jeweils 4 Zylinder auf beiden Seiten versorgt, scheint dort etwas im Argen zu liegen. Welche Kerzen sind verrußt?

Beachte beim Einstellen der Düsen über die seitlich versenkt angebrachte Schraube aber auch, dass beim HIF-Vergaser herausdrehen abmagert, eindrehen anfettet!

Zusätzlich würde ich die Verteilerkappe kontrollieren um hier Fehler auszuschließen.

Safety Fast !

Ralph

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 16. Mai 2013, 10:24
von marc-ks
Auch wenn das vielleicht banal klingt, aber ich hatte bei meinem B vergleichbare Symptome. Im Leerlauf alles gut, beim Beschleunigen Katastrophe, obenrum, wenn er warm war, ok.
Bei mir war es (gelöster) Dreck in einer Schwimmerkammer der den Düsenstock im hinteren Vergaser verstopft hat.

Bin erst durch das Kerzenbild auf die Idee gekommen, dass es an der Spritversorgung liegen könnte.

Re: MGB V8 - nicht mehr fahrbar, Motorproblem

Verfasst: 17. Mai 2013, 20:03
von peterK
Hallo,

ich denke, ich habe den Fehler endlich gefunden. Der letzte Tipp von Ralph war wohl der richtige. Ich hatte die Verteilerkappe gleich am Anfang mal sorgfältig angesehen, und da sie immer noch wie neu aussah und ja tatsächlich erst ein paar Monate alt war, habe ich die Idee wieder verworfen, dass es daran liegen könnte.

Jetzt habe ich mal probeweise eine alte Verteilerkappe vom ursprünglichen installierten Lucas-Verteiler eingebaut, und obwohl die Kappe gar nicht richtig auf den Pertronix-Verteiler passt, etwas wackelt und die Kontakte in einem miserablem Zustand sind, war der Motor nicht mehr wiederzuerkennen. Er lief jetzt bei niedrigen und mittleren Drehzahlen wieder und hatte nur noch bei höheren Drehzahlen immer wieder Aussetzer. Sobald ich meine neue Verteilerkappe aus den USA bekomme, hoffe ich wieder einen MGB zu haben, der richtig Spaß macht.

Worüber ich etwas enttäuscht bin ist, dass die KFZ-Elektrik Werkstatt trotz aller Bemühungen nicht darauf gekommen ist. Für einen Fachmann mit entsprechender Ausstattung sollte dies doch nicht allzu schwer sein. Nächstes Mal frage ich lieber vorher im MGB Talk; hier wird einem geholfen!! Danke!!

Liebe Grüße
Peter