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Additive wegen E5 Nutzung

Verfasst: 19. Aug 2026, 11:12
von MCTD51Wolfi
Hallo, nach langer Pause muss ich mich mal wieder melden.
Ich tanke mit meinem MG TD Bj 1951 regelmäßig den 95 er E5 Kraftstoff. Dieser sei jedoch schädlich
für Leitungen, Benzinpumpe und Vergaser. In manchen Ländern gibt es leider nur noch E 10 . Nun gibt es viele
Additive, die schützen sollten. Besonders interessant empfand ich den Vorschlag, ca. 1-2% 2-Takt Öl in das
Benzin zu mischen. Andere empfehlen z.B. Millers EPC Zusatz.

Welche Meinung habt ihr dazu ?

Vielen Dank im Voraus
Liebe Grüße vom Bodensee

Re: Additive wegen E5 Nutzung

Verfasst: 20. Aug 2026, 12:04
von Norbert Sch
Hallo,
ich habe keinen TD, habe aber schon mehrfach mit Autos aus den 50er und 60er Jahren zu tun gehabt, bei denen Gummi´s aufgrund des Ethanols zerbröselt sind.
Die von Dir aufgeführten Zusätze werden nicht helfen. Das Ethanol bleibt. Meist trifft es die Benzinschläuche, die von innen etwas bröselig werden und in Folge die Vergaser oder eventuelle Filter zugesetzt werden. Hier hilft nur die Benzinschläuche gegen neuere auszutauschen, einen Filter vor die Vergaser zu setzen und regelmäßig beobachten. Alternativ Kraftstoff ohne Ethanol tanken. Ich glaube ARAL Ultimate ist so einer.
Dass es die Benzinpumpe oder Teile der Vergaser erwischt, haben ich noch nicht erlebt.
Grüße Norbert

Re: Additive wegen E5 Nutzung

Verfasst: 20. Aug 2026, 13:19
von CCCarer
Unser TC von 1951 bekommt nur Super Plus oder Aral Ultimate, Shell V-Power und Blei-Additiv. Damit haben wir überhaupt keine Probleme. Wir machen das aber auch weil der Wagen wenig bewegt wird (ca. 200km oder noch weniger im Jahr) und über den Winter überhaupt nicht. Da reicht dann schon einmal eine Tankfüllung über mehrere Jahre. Ich hatte das schon mehrfach, dass normales Super E5 über den Winter schlecht geworden ist und selbst der Rasenmäher damit nicht mehr lief.
Mit Super Plus gibt es auch keinerlei Nachdieseln beim Ausschalten des Motors.
Bei einem Jaguar XJ6, der auf langer Tour durch Skandinavien benutzt wurde und dort E10 betankt wurde und nach der Tour über den Winter abgestellt, hatten wir ein Riesenproblem. Alle Gummis in beiden Benzinpumpen und die Membrane in den Vergasern und Startvergaser hatten sich quasi aufgelöst.


Rob

Re: Additive wegen E5 Nutzung

Verfasst: 21. Aug 2026, 08:49
von Ralph-Peter
Wenn der E5 bzw. E10 Sprit gleich verbraucht wird, ist er nicht so das Problem. Also auf einer langen Urlaubstour mal eine Tankfüllung E10 durchhauen ist recht unproblematisch. Das Problem sind die langen Standzeiten bei unseren Oldtimern.
Die Mineralölhersteller müssen, meine ich, eine Gewährleistung auf die Qualität ihres Kraftstoffes, von 60Tagen geben.Also max. 2 Monate. Wier lange das Benzin schon in der Tankstelle gelagert wurde, kann auch niemand sagen.
Danach fängt der Bioanteil (Ethanol) an sich zu zersetzen. Unter anderem in Abfallstoffe wie Ameisensäure und Essigsäure. Diese Säuren greifen natürlich sämtliche Spritleitungen, Gummiteile, Tankinnenbeschichtungen und auch Vergaserdruckgussteile an. Ich hatte hier schon Motorradvergaser auf dem Tisch, da waren die Düsenstöcke inkl. Gewinde, im Gehäuse so weggefressen, das die Hauptdüsen in der Schwimmerkammer lagen. Die waren 1 Jahr mit E10 befüllt.
Die zündfähigen Bestandteile lösen sich nach ein paar Monaten in Luft auf und zurück bleibt eine schmierige , klebrige gelbe oder grüne Substanz, die mit Sprit nichts mehr zu tun hat. Außerdem ist Ethanol hygroskopisch und zieht Wasser aus der Luft an, welches sich dann schön im Tank oder Vergaser ablagert und zu Durchrostungen bei Stahltanks führen kann.
Also Super Plus oder V-Power ist immer die bessere Wahl bei unseren Oldtimern, da in diesen Kraftstoffen sehr wenig bis gar kein Bioanteil vorhanden ist. Bei längeren Standzeiten würde ich auch noch einen Benzinstabilisator in den Tank kippen.

Das gleiche Problem gibt es bei Dieselfahrzeugen, Stichwort Dieselpest. Dort bilden sich durch den Bioanteil im Kraftstoff Mikroorganismen und Hefepilze im Tank, die sich von den Bioanteilen im Kraftstoff ernähren. Eine schleimige Supstanz ist die Folge, die Leitungen und Pumpen verstopft.
Da hilft auch nur Premiumdiesel Ultimate.

Re: Additive wegen E5 Nutzung

Verfasst: 22. Aug 2026, 09:54
von Krukkuz
Hallo,

Damit keine Gerüchte entstehen, hier ein paar hilfreiche Informationslinks zum Thema Kraftstoff.

Federation of British Historic Vehicle Clubs (FBHVC) – E10 und historische Fahrzeuge:
https://fbhvc.co.uk/news/article/fbhvc- ... c-vehicles

FBHVC – technische Informationen zu Ethanol, Korrosion, Additiven und historischen Fahrzeugen:
https://www.fbhvc.co.uk/fuels

Millers Oils – EPS Ethanol Protection System, technische FAQ:
https://www.millersoils.co.uk/wp-conten ... S-FAQs.pdf

Aral – Ultimate 102, Bioethanol und Korrosionsschutz:
https://www.aral.de/de/global/retail/ta ... e-102.html

Aral – Super 95 E5, E10 und SuperPlus 98 / Ethanolanteile:
https://www.aral.de/de/global/retail/ta ... toffe.html

Unterm Strich würde ich deshalb sagen:

E5 ist für mich kein Grund zur Panik. E10 möglichst nicht dauerhaft und insbesondere nicht über längere Standzeiten. Die Kraftstoffanlage ethanolbeständig halten, bei Bedarf einen dafür vorgesehenen Korrosionsschutz verwenden – und auf Zweitaktöl würde ich verzichten. Für längere Standzeiten erscheint mir Ultimate 102 als interessante Alternative.

Zum vorgeschlagenen Zweitaktöl:

Die Beimischung von 1–2 % Zweitaktöl würde ich persönlich nicht machen. Ich konnte dafür jedenfalls keine belastbare technische Empfehlung finden, wonach Zweitaktöl bei einem Viertakt-Oldtimer die Probleme durch Ethanol in Leitungen, Benzinpumpe oder Vergaser lösen würde.

Vor allem macht Zweitaktöl ungeeignete Schläuche, Dichtungen oder Pumpenmembranen nicht ethanolbeständig. Und wenn es um Korrosionsschutz geht, gibt es dafür speziell entwickelte Korrosionsinhibitoren.

Obige Links öffnen oder direkt bei Aral anrufen, um fundierte Aussagen zu erhalten.

Servicenummer von Aral : +4923497979030

Dort bekommt man auch Auskünfte über Kraftstoffe und deren verhalten.

Beste Grüße
Armin