Hydrostößelwechsel beim V8

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Britster
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Hydrostößelwechsel beim V8

#1

Beitrag von Britster » 24. Jun 2010, 18:11

Hallo zusammen,

ca. 1000mi habe ich inzwischen mit meinem GT V8 zurückgelegt, paar Kleinigkeiten erneuert/verbessert und bin kurzum sehr happy hinsichtlich Fahrspaß und Problemlosigkeit, die mein Exemplar bietet.
Allmählich bekommt ein Ventil etwas viel Spiel.
Nach 120t mi Laufleistung wohl ein sicherer Hinweis auf verschlissene Hydrostößel, die ich demnächst samt der Stößelstangen austauschen möchte.
Eine ganz nett geschriebene DIY-Anleitung habe ich schon entdeckt http://www.mgcars.de/indexd.html

Paar Fragen bleiben noch offen:

Mein V8 wird von einem Holley begast, der auf einer JWR-Ansaugspinne sitzt.
Kann ich hier eine neue OEM-Dichtung verwenden?

Kann ich mir das Ablassen des Kühlmittels sparen oder läuft dann zuviel Brühe in das (offene) V?

Danke auch für weitere Tipps :D

Gruß

Markus
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guy konz
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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#2

Beitrag von guy konz » 24. Jun 2010, 19:18

Hallo Markus,
Bei der Dichtung passt das Original. Lass das Kühlmittel mal raus und erneuere es, du weisst ja nicht wie lang das schon drin ist.
Ich würde an deiner Stelle aber auch mal die NOckenwelle ansehen, da lauert meistens die Uberraschung. Wenn oben alles ab ist, kannst du dir die Nocken ansehen, besonders die hinteren Zylindern sind sehr gefährdet.

Mfg
Guy

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#3

Beitrag von Gagamohn » 24. Jun 2010, 20:19

Hallo Markus,
schau Dir diese Seite an, der Andreas Pichler hat dort unter Werkstatt, Hydrostößel wechseln beschrieben.
Der Tip von Guy mit der Nocke ist richtig, als ich vor 2 Jahren die Stößel gewechselt habe, musste die Nocke auch neu, weil man konnte mit bloßem Auge die abgelaufenden Nocken sehen. Mein V8 hatte zu der Zeit ca. 85000 ml gelaufen.

Gruss
Bernd

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Britster
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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#4

Beitrag von Britster » 24. Jun 2010, 20:50

Danke Euch schon mal für die schnellen Antworten und Einschätzungen, Guy und Bernd!

Guy: Kühlmittel habe ich eh schon mit allen Schläuchen erneuert; daher die Frage.
Auf die NW achten ist ein guter Hinweis. Aber das Teil vorsorglich zu ordern ist halt so'n Risiko - und in welcher Verfassung sie ist, sieht man ja erst mitten in der OP :?
Prophylaktisch werde ich 16 neue Stößelstangen ordern.
Apropos: Ich bin fast geneigt, die Teile hierfür bei Limora zu bestellen. Die haben hierfür so ziemlich alles im Angebot.
Mit Motor-Teilen habe ich in den wenigen Wochen als MG-Besitzer bei denen noch keine Erfahrungen sammeln können und mit restlichen parts hatte ich gute wie auch weniger gute Erlebnisse.
Gerne auch negative Stimmen per PM :wink:

Ach ja, wenn tatsächlich auch die NW getauscht werden muss, brauche ich so langsam auch ein Werkstatthandbuch.
Weiß da jemand eine Bezugsquelle? Kann natürlich auch als .pdf sein - und natürlich darf's auch was kosten, klar.

O.K., danke Euch für die Geduld :)

Grüße

Markus
B GT V8 05/1974

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#5

Beitrag von Elsasser » 24. Jun 2010, 21:34

Hallo Markus,
es scheint also gut geklappt zu haben mit deiner Holley Überholung.
Zur Nockenwelle und den Hydrostößeln ließ dir doch mal die Erfahrungen zu tappets und cams der Firma RPI auf ihrer Homepage durch: http://www.v8engines.com/engine-4.htm Die haben auch einen Ebayshop in Deutschland. Ich glaube der heisst Partsrange. Vielleicht lohnt der Preisvergleich.
und passend dazu auf der SD1 page: http://www.roversd1.nl/sd1web/v801.html unter engines/overhaul engines/rover v8
Grüße aus dem Norden,

Guido

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#6

Beitrag von Elsasser » 24. Jun 2010, 21:37

und weil ja nur 3 Links pro Beitrag möglich sind hier noch KOSTENFREIE links zu Werkstatthandbüchern auf der MG Wiki Seite des MGDC Mitglieds XPower.
MGB allgemein: http://mg-wiki.britische-klassiker.de/d ... Manual.pdf
und mein Beitrag :-) das V8 Supplement: http://www.mg-wiki.britische-klassiker. ... 208468.pdf
Grüße aus dem Norden,

Guido

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#7

Beitrag von Gagamohn » 24. Jun 2010, 22:03

Hallo Markus,
ruf bei Andreas Schlotmann an, er ist ein kleiner MG Teile Händler und er hat Gute preise.
Tel. 02927 189801. Dort habe ich auch meine NW und Hydros, Dichtungen etc. gekauft.
Bestell ihm Grüsse von mir aus Dortmund.

Gruss
Bernd

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#8

Beitrag von RobertBauer » 24. Jun 2010, 22:23

Britster hat geschrieben: Ach ja, wenn tatsächlich auch die NW getauscht werden muss, brauche ich so langsam auch ein Werkstatthandbuch.
Weiß da jemand eine Bezugsquelle? Kann natürlich auch als .pdf sein - und natürlich darf's auch was kosten, klar.
Hi Markus.

das Werkstatthandbuch gibt es im V8 Register:

http://www.v8register.net/FilesV8/V8%20 ... 201996.pdf

Alle Informationen beziehen sich auf "Engines without Suffix B". (Das Handbuch behandelt auch den Serpentine-Motor).

Ansonsten:
- Ich würde eine Piper Cam nehmen
- Kette und Räder zu tauschen dabei ist obligatorisch
- Hydrostößel allein bringt nix, es sei denn, sie sind verschlammt, dann gibt es aber noch andere Probleme
- Dabei kannst Du auch gleich neue Kipphebel und Wellen einbauen, die sind eigentlich immer übel eingelaufen, auch schon nach 50tmls.
- Auch denkbar ist die Umrüstung auf einen Simmering vorn, der Steuerdeckel muss eh runter
- Die Nockenwelle kann bei eingebautem Motor nach vorn rausgezogen werden. Vorsicht, nicht anecken. Dafür müssen Grill, Kühler, ggf. ein Lüftermotor raus, Ölkühler weiß ich nicht mehr. Natürlich auch das Steuergehäuse, Position des Verteilers markieren und ziehen, vor allem Schrauben den Motor auf OT1 drehen.
- Wasserpumpe bei der Gelegenheit ist auch eine gute Idee
- Motor über den "Drain Plug" unterhalt des in Fahrrichtung linken Krümmers entwässern, sonst läuft die Suppe in die Ölwanne.
- Neue Nockenwelle NICHT im Leerlauf laufen lassen, sofort auf 2.500 Touren drehen und 15 Min auf der Drehzahl halten.
Best , Robert.

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#9

Beitrag von Britster » 24. Jun 2010, 22:34

Hey Guido,

Du verwöhnst mich mit astreinen Links :D
Hätte ich als newbie kaum gefunden...
In Deinem ersten Link wird dringend empfohlen, bei verschlissenen Hydrostößeln in jedem Fall auch die NW zu tauschen, selbst wenn diese noch keinen optischen Verschleiß aufweist. Genau das, was ich nicht lesen wollte :roll: :lol: Aber interessant das.

BTW: Holley -> Die Revision ist geglückt. War alles relativ easy zu montieren aber das Ruckeln/Ausmagern im Übergangsbereich hat er immer noch. Obwohl ich sogar die Übergangsschlitze leicht geweitet habe.
Fazit: Ich glaube, dass die 0,2...0,3mm Spiel der DK-Welle zu viel sind und er sich dadurch vielleicht in der untersten Teillast Falschluft zieht.
Muss ich erstmal mit leben (was inzwischen sehr gut geht)

Grüße

Markus
B GT V8 05/1974

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#10

Beitrag von Britster » 24. Jun 2010, 22:53

Wow, geht ja Schlag auf Schlag...besten Dank Robert für die Fülle an Tipps :D *Daumenhoch*
Ich sehe schon: Man kommt "vom Hundertsten in's Tausendste" :roll:
Aber Ihr habt sicher recht - klingt alles sehr schlüssig.
Zumal, wenn alles schon mal offen liegt...und Öl verliert er eh am Stirndeckel...
So oder so, es wird ein tieferer Eingriff, den ich so am liebsten in die "off season" verschieben würde.
Spricht etwas dagegen, diese Rep. noch etwas hin zu ziehen? Es wird dann ja eh fast alles im Ventiltrieb erneuert (?)

Jedenfalls Danke nochmal für all den kompetenten support!
Klasse Forum :D

Grüße

Markus
B GT V8 05/1974

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#11

Beitrag von Ralph 7H » 24. Jun 2010, 23:11

Hallo Markus,

Robert hat das ja alles schon auf den Punkt gebracht und wenn schon Neuteile kaufen, frag mal bei RPI oder Pipercams an. Dort bekommst du die Kits mit Welle (vom Blank, also nicht so eine billig nachgeschliffene alte Welle), Hydros und ventilfedern. Best choice for street use: BP270!
Die Stößelstangen sind selten Tauschkandidaten. Wichtiger sind auf jeden Fall die Kipphebelwellen!

Die beschriebenen Vergaserprobleme sind keine... es liegt an der JWR Dual Plane, dass der Vergaser scheinbar Probleme macht.
Man kann aber durch geeignete Kurvenscheiben der Beshleunigerpumpe da schon weit entgegenwirken und in Verbindung mit den etwas größeren Shooters (Einspritzrohre der Beschleunigerpumpe) ist das Beschleunigungsloch fast eliminiert. Natürlich wäre das einfacher mit der Offy 360° Ansaugbrücke, die hat aber ihr Manko beim Drehmoment aus niedigen Drehzahlen bezüglich der Drehmomentstärke, dafür arbeitet sie aber bis zu gut 7000 einwandfrei, besser als die Edelbrock Performer, die schon ab 5500 dicht macht.

Gruß vom Niederrhein

Ralph

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#12

Beitrag von Tieftondepartment » 29. Jun 2010, 14:21

Hallo zusammen,

ich häng mich hier mal ran, da ich genau das gleiche vorhatte/vorhabe, nämlch die Hydrostößel wechseln.
Jetzt les ich hier, was ich auch nicht lesen wollte, daß die Nockenwelle und besser auch gleich die Kipphebelwelle und die Kipphebel gewechselt werden sollten.
Jetzt hätte ich noch ein paar Fragen:
-Ich würde wie von Ralph empfohlen eine Piper BP 270 einbauen, nur gibt's die nur auf der Piper-Seite, bei v8engines.com gibt es nur eine "Piper 270 Stealth", und diese nur dort?! MGOCSpares hat nur Originalwellen. Wo gibt's die Piper BP 270 zu kaufen (in D oder UK)?
-Kann man den Austausch des Kipphebeltrieb auf später verschieben (z.B. Winter) oder macht man sich da was kaputt, und
-kann man das ganze auf den Winter verschieben, oder ist das Fahren mit ordentlich klappernden Stößeln auch ungesund für den Motor?
-Ich habe auf der RPi-Engineering-Seite folgendes gelesen zur Diagnose:
How can I tell the condition of my engine, by looking inside?
We all need to start somewhere, and this is for sure the best and most reliable place to start!
Take a good look inside even if only through the oil filler hole.
Oh, and you will need a torch, a Penlight is best.
A good look inside the rocker covers through the oil hole will help you to determine the internal condition (and the minimum parts you will need for a successful job).
if your are unsure, it will fall into one of the following categories.

Silver Alloy surfaces? Sounds like a new engine
Brown tarnished? Very low mileage, dark brown? Perhaps higher mileage, but well cared for.
Black? Getting poor, a full rebuild/replacement should be considered.
Black Coated & becoming dense? Very poor condition, A rebuild is normally required
Black and very sludgy? Dead on its feet.
Welche Oberflächen sind da ganau gemeint? Die Kipphebel, oder die Peripherie?
Danke!
Grüße,
Oliver
Mission accomplished - "The Lemon" steht in meiner Garage! :mrgreen:

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#13

Beitrag von Ralph 7H » 29. Jun 2010, 15:08

Hallo Oliver,

Die Nockenwelle, Stößel und passende Ventilfedern kannst du bei Pipercams direkt kaufen und mit Kreditkarte bezahlen.
Kauf aber keine nachgeschliffene sondern die Billet.

Die Kipphebelwellen verschleißen gerne von unten. Schiebt man die Kipphebel zur Seite, lassen sich die Tragbilder sehr gut erkennen und dann sind neue Wellen fällig.
Ersatzteile kauft man dafür am besten bei Clive Wethley.

Die Farbangaben beziehen sich auf die Ablagerungen im Motor selbst als Indikator für den Zustand.
Silber und hellbraun sind dabei prinzipiell gleich zu setzen, schwarz bedingt auch, abhängig vom Öl und den Betriebsbedingungen. Schwarz als Kruste oder Ölschlamm bedeutet natürlich Handlungsbedarf aber nur selten derart, wie es in der Aussage von RPI dargestellt wird. Verständlich, die wollen Motore verkaufen und schreiben gerne etwas dramatisch, wie sie es auch bei den Vergleichen der Holley- und Edelbrockvergaser machen. Heute weis ja kaum noch jemand, dass man früher Holleyimporteur war und da klang das genau umgekehrt.

Mein Fazit zu RPI: teilweise recht gute und brauchbare Detailinformationen, sonst nur bedingt glaubwürdig, für meinen Geschmack wenigstens.

Wer mehr zum angesprochenen Ölthema lesen möchte wird bei www.carbibles.com unter anderem die Oilbile finden und dort vom Halbwissen teilweise befreit :wink:

Gruß vom Niederrhein

Ralph

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#14

Beitrag von RobertBauer » 29. Jun 2010, 17:13

Tieftondepartment hat geschrieben:-Ich würde wie von Ralph empfohlen eine Piper BP 270 einbauen, nur gibt's die nur auf der Piper-Seite, bei v8engines.com gibt es nur eine "Piper 270 Stealth", und diese nur dort?! MGOCSpares hat nur Originalwellen. Wo gibt's die Piper BP 270 zu kaufen (in D oder UK)?
-Kann man den Austausch des Kipphebeltrieb auf später verschieben (z.B. Winter) oder macht man sich da was kaputt, und
Hallo Oliver,

1. die von Ralph erwähnte Piper 270 wird als "Piper Torque Max 270" bspw. bei RPI verkauft. Habe ich auch verbaut und würde es wieder tun.
Die nächste "schärfere" Variante dürfte eine 285° Welle sein, sie verlagert die Drehzahl des maximalen Drehmoments nach oben. Allerdings ist der V8 nicht nur durch die Steuerzeiten, sondern auch durch Ventilquerschnitte, Ansaugbrücke und vor allem den Aufpump-Effekt der Hydros bei ca. 5.500 u/min drehzahlbegrenzt. Eine "scharfe Nocke" muss daher immer mit anderen Änderungen einhergehen, sonst verlierst du im unteren Drehzahlbereich mehr, als Du obenrum gewinnst. Man sollte nur soviel "Duration" verwenden wie nötig...

2. Direkt kaputt geht nichts, aber so richtig gut wird es für die Ventilsitze und -führungen nun wieder auch nicht sein.

Schöne Grüße, Robert.

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#15

Beitrag von Ralph 7H » 29. Jun 2010, 19:42

Hallo Oliver,

eine kurze Ergänzung zu Roberts richtigen Hinweisen:

Bedenke bei der Nockenwelle, dass die Piper Wellen einen höheren Hub haben und nicht längere Steuerzeiten, wie man sie gerne beim 4-Zylinder verwendet.
Die Seriennocke im V8 ist eine 285° Welle, aber mit geringem Hub. Würdest du die 285er Piper wählen, musst du dir auch Gedanken über neue Kolben machen um die Verdichtung auf 9,75 oder 10,5 nominal/rechnerisch zu erhöhen. Der Serien-V8 im B hat leider nur wenig mehr als 8:1 und zunehmende Überschneidung mindert das effektive Verdichtungsverhältniss dann sehr deutlich und senkt die volumetrische Effektivität, was sich dann aber mit einem größeren Vergaser wieder etwas anheben lässet. Ein endloses Spiel, teuer und zeitintensiv! Aus diesem Grund ist gerade die 270er für den kleinen V8 im BGT so beliebt!

Wenn du die Drehzahlgrenze jenseits der 5500 ansiedeln willst können Rhodes Lifters verwendet werden. Die schäumen nicht und werden bei steigender Drehzahl hart.

Gruß vom Niederrhein

Ralph

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#16

Beitrag von RobertBauer » 29. Jun 2010, 21:33

Ralph 7H hat geschrieben:Wenn du die Drehzahlgrenze jenseits der 5500 ansiedeln willst können Rhodes Lifters verwendet werden. Die schäumen nicht und werden bei steigender Drehzahl hart.
Hallo Ralph,

ist es aber nicht so, dass die Rhoads Lifters dafür dann richtig schön klappern?

Rhoads formuliert das natürlich anders:

"The ticking noise you hear is simply a slightly accelerated valve-closing rate much like that of a solid lifter. This sound gradually disappears as the rpm increases. "

http://www.rhoadslifters.com/Pages/FAQs.html

By the way, und gerade an Ralph, wo wir gerade dabei sind, gibt es Erfahrungen, einen 4.0/4.6er-Kopf mit der dünnen Dichtung und der Standardspinne zu montieren? Den Köpfen fehlen ja rund 1,5 mm, was normalerweise durch die dickere "Composite Gasket" ausgeglichen wird. Wildcat / V8 Developments sagen, dass das geht... es hätte den angenehmen Nebeneffekt, die Kompression auf ca. 9,4 zu erhöhen. Die Frage ist, die Winkel und Passungen der Ansaugspinne dann noch passen.... rein theoretisch habe ich da gerade meine Zweifel :?:

Habe heute gerade einen Satz Köpfe von V8 Developments bekommen und setze mich geistig mit dem Einbau auseinander.

Grüße, Robert.

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#17

Beitrag von Ralph 7H » 29. Jun 2010, 22:21

Hallo Robert,

manchmal braucht man eben solche Herausforderungen und will das State Of Art Triebwerk für sein Auto bauen. Kenne ich und bin selbst von dem Virus manchmal befallen worden. Anyway, ob die Hydros dann bei 5500+ rpm Geräusche machen ist im 5. Gang recht belanglos.
Ich hab das mit meinem GT ausprobiert und, im Vertrauen, du hörst die Stößel dann sowieso nicht und konzentrierst dich nur noch auf die immer schmaler werdende Straße, bis dich der Mut verlässt (bei mir war die Schmezgrenze bei 135 Mph erreicht, und du versuchst langsamer zu werden. Die Bremsen spürt man ja ab ca. 200 kmh wieder, wenn auch sehr verhalten... und die Lenkung kehrt auch in bekannte Gefühltsbereiche zurück. Das alles mit einem ''fast' serienmäßigen SD1 Motor, Fächerkrümmer, die heute als RV8 style verkauft werden, LT 77, 174 -14-H Reifen auf den Dunlop Felgen und mit einer 3,3er Achse, die auch im 5. Gang noch richtig zum Vergnügen bei höheren Drehzahlen beiträgt.

Back to the heads... ja, planen lassen sich die Köpfe tatsächlich und ein Teilnehmer des Forums hat das auch gemacht und recht überzeugende Ergebnisse mit diesem Motor festgestellt. Damit wir nicht aneinander vorbei denken... beim Rennauto.
Für den Straßenbetrieb, und so habe ich das bisher verstanden, bietet der gewöhnliche V8 mit Leistungen zwischen 140 und 210 PS (je nach Detaillösungen) mehr Power als das Auto selbst mit alltagstauglichen Fahrwerksmodifikationen verträgt, ohne in Renntechnik zu gehen und damit das bisschen Komfort zu opfern.

Ja, auch nach über 25 Jahren mit der Möre (meiner ist und bleibt Blaze) begeistert mich dieses Auto auf jeder Fahrt aufs neue. Auf seine Art eben, souverän in seiner Kraftentfaltung, einfach relaxed. Wenn ich aber wirkliches MG-Feeling haben will ist er eben nur die zweite Wahl. Schnell und spurtstark vermag der V8 nicht dieses einmalige Fahrgefühl zu übermitteln, dass ich im Strage 6 Roadster genießen kann. Der hat zwar nicht die Kraft des V8 aber das Vergnügen in den richtigen Drehzahlbereichen ist unbeschreiblich und lässt so manchen modernen offenen Zweisitzer und Serien-BGTV8 recht alt aussehen.
Schön sind auch die verwunderten Blicke der Cafe Racer wenn da so ein oller MGB mit H-Kennzeichen bei 180 immer noch weiter mithält und bei 200 dann doch vorbeigelassen wird. Manchmal ist das eben schon nötig, quasi der Lohn des Aufwandes... verstehst sicher was ich meine 8)

Gruß vom Niederrhein

Ralph

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#18

Beitrag von RobertBauer » 29. Jun 2010, 22:51

Hallo Ralph.

Du meinst also, das könnte passen...? Werde mal mit den dünnen Dichtungen und handfesten Bolzen anfangen, wenn es klemmt, müssen halt die "Composites" rein. Ich hatte mich an den Leitsatz "Heads before Exhaust before Carbs" gehalten...

Den Tacho hatte ich auch schon mal beim ziemlich Serienmäßigen auf knapp 140 miles, mehrfach sogar. Störend wird dann das Rolldach, welches offensichtlich nicht für Geschwindikeiten jenseits der 100 miles geeignet ist und durch infernalische Windgeräusche darauf aufmerksam macht. Wir waren mit dem V8 dieses Jahr zwei mal in England, einmal über St. Malo / Jersey. Solange es geradeaus geht, finde ich die Stabiltät eigentlich recht ok. Schnell gefahrene Autobahnkurven gehen in modernen Sportwagen vertrauenerweckender...

Mir gehen am 8,25 - verdichteten V8 doch etwas das Ansprechen und Drehvernögen ab. Dafür ist dann wohl ein "heißer" Vierzylinder geeigneter. Habe leider wenig Stellplatz und Zeit für so ein Projekt.

Schöne Grüße, Robert.

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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#19

Beitrag von Tieftondepartment » 30. Jun 2010, 10:39

Hallo Ralph, hallo Robert,
vielen Dank für eure Tips. Ich will auf jeden Fall auf der 'milden' Seite bleiben, also scheint die Piper 270 die richtige Wahl zu sein. (V8 ist original bis auf K&N, Fächer und BBA-Nadeln)
Die Verwirrung bleibt trotzdem:
Im ebay-Shop von RPi engineering finde ich:
-Piper torque max (ohne '270', für
(mostly for heavy vehicles)
Spot on camshaft profiling for 4wd (Land Rover, Range Rover) or heavier saloon car applications with stock heads or beyond (Rover SD1, P5 & P6 perhaps). This camshaft is targeting low-end torque, mid-range power, falling short of Boy Racer level.
?!)
-Piper 270 Stealth (ohne 'BP', auch als 'i' für die Einspritzer)
Auf der Piper-Seite finde ich:
-BP 255
-BP 270(i)
-BP 285
usw., aber nichts, kein Wort von "Stealth" oder "Torque max".
:?: :!:
BP270 = 270 stealth :?:
BP 255 = "torque max" :?:
Noch eine Frage:
Ist es sinnvoll, in einer 'Sitzung' die Nockenwelle, Steuertrieb, Hydrostößel und Wasserpumpe zu wechseln, und dann bei einer zweiten 'Sitzung' (im Winter) die Kipphebel und -wellen? Oder 'schadet' der alte Kipphebeltrieb dem neuen Nockenwellentrieb?
Denke euch!
Grüße,
Oliver
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Re: Hydrostößelwechsel beim V8

#20

Beitrag von Ralph 7H » 30. Jun 2010, 10:52

Hi Oliver,

unter www.pipercams.co.uk findest du unter Rover Camshafts die V8BP270 Fast Road Carburettor. Bestell sie dort. Kostet zwar das gleiche wie bei RPI, dafür bekommst du aber genau was du willst. Anrufen kannst du dort auch unter 01233 500200. Warren Johnson ist Sales Manager und John Crabb technischer Direktor.

Die Überholung kann man naürlich so schrittweise machen. Der Aufwand mit den Kipphebelwellen, die ja sowieso runter müssen ist aber so gering, dass ein zweiter Anlauf blanker Unsinn wäre.

Gruß vom Niederrhein

Ralph

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