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Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 21. Aug 2012, 13:49
von StegMich
Ich lese nebenbei gerade das Buch "Oldtimer Rallye" von Rolf Blaschke um auch ein bißchen Hintergrund-Infos zu bekommen. Je weiter ich lese, desto mehr kann ich Josefs Aussage verstehen, dass er keine Lust mehr auf solche Veranstaltungen hat. Selbst in diesem Buch, das ja eigentlich Interesse an diesem Sport wecken will, ist immer wieder von "Dirty Tricks" die Rede, die eigentlich nichts anderes als Lug, Betrug und Unsportlichkeit sind. Hat man wirklich Freude an einem ermogelten Erfolg? Ich kann es eigentlich kaum glauben, dass das Beschriebene der Normalzustand im Oldtimer-Sport sein soll - und ausnahmsweise würde ich mich nur sehr ungern eines Besseren belehren lassen!
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 21. Aug 2012, 15:18
von Josef Eckert
Hallo Michael,
Vielleicht muss ich mich nochmal genauer erklären. Eine Oldtimerrally kann schon Spaß machen und ich fahre immer noch gerne mal hin und wieder bei einer Rally mit. Meine Beifahrerin (Beste aller Frauen) hat es nur satt, sich derart konzentriert auf die Aufgaben während der Fahrt zu konzentrieren und hat auch nicht mehr den Ehrgeiz zu gewinnen. Wenn es bei mir zu Beginn der Fahrt gut läuft, dann will ich halt auch gewinnen. Prüfungen, bei denen man wirklich einen Wegstreckenzähler oder bei denen es auf genaue Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Strecke handelt sind relativ selten. Die Veranstalter scheuen auch oft den Aufwand – Lichtschranke, für den allgemeinen Verkehr abgesperrte Nebenstrecke etc. - Die überwiegend meisten Aufgaben sind ohne diese Zusatzinstrumente zu lösen. Da hilft eine Lupe zum Lesen der Roadmap oft weiter. Oft haben die Veranstalter auch kleine Gemeinheiten ausgetüftelt, die sowieso nur mit (Rally-)Erfahrung und schrägem Denken zu lösen sind. Da hilft kein Retrotrip, Halda oder was auch immer. Wir haben in zwei unserer Oldtimer Fahrradtachos installiert, jedoch nicht speziell für die Rallys. Das reicht allemal um zu gewinnen (ich hab da auch kein schlechtes Gewissen ). Wir haben nur 27PS bei einem Wagen und sind so schon genug gehandicapt. Wenn es stärker bergauf geht, ist mit diesem Wagen die geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit meistens sowieso kaum zu halten.
Also, fahr einfach mal mit. Schau es Dir an. Wenn es Spass macht, merkst Du schon auf was es ankommt.
Gruß
Josef
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 21. Aug 2012, 15:32
von oport
Zur Ergänzung: Lass Dich von den Beispielen im Blaschke nicht verrückt machen. Solche Extremoris gibt es (leider - meine persönliche Meinung) nicht mehr. Wenn Du heutzutage mal Baumaffen oder eine falsche DK auf der linken Seite siehst, ist das schon viel.
Persönlich machen mir Wegsuchoris (auch mit Tripmaster) mehr Spass als das x-te mal auf 7,5 cm an irgendwelche Bierkisten ranfahren oder das Beantworten kruder Fragebögen, die mit Autos nur sehr am Rande zu tun haben. Aber das kann ja zum Glück jeder selbst wählen....
Als Tripmaster nutze ich übrigens keine Halda oder ähnliches (ist mir in mehreren Autos zu teuer), sondern diese kleine App für die TomTom Navis:
http://www.webazar.org/tomtom/tripmaster.php?lang=uk. Das hat bisher immer locker ausgereicht.
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 21. Aug 2012, 17:49
von oldie_arno
Hallo Olaf,
gibt es sowas auch für Garmin Geräte?
Gruss
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 21. Aug 2012, 20:36
von oport
Hi Arno,
soweit ich weiss nicht. Für das TomTom habe ich die Software auch nur durch Zufall gefunden...
Ist ein Freeware Projekt eines einzigen Entwicklers.
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 22. Aug 2012, 09:38
von MichaelW
Hallo Arno,
mit einem Garmin geht das auch. Ich nutze mein Garmin Etrex für solche Rallyes. Es zeigt mir in einer Einstellung Strecke, Zeit und Geschwindigkeit an. Bei den drei Veranstalltungen die ich letztes Jahr gefahren bin war das OK. Für mich als Einsteiger eine Möglichkeit mit vorhandenem Material in die Szene reinzuschnuppern. Wenn der Spaß daran bleibt steht dann einem Retrotrip natürlich nichts im Weg. Die kleinen Gemeinheiten im Roadbook beseitigt auch ein noch so genauer Wegstreckenzähler nicht ;-)
Als Schmakerl zeichnet das Etrex die Strecke auf und ich kann sie mir nacher am Rechner anschauen und so mal sehen wo wir überall waren.
Viele Grüße
Michael
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 24. Aug 2012, 20:55
von StegMich
... so, zurück zum Terratrip - habe jetzt einen induktiven Sensor hier und würde den gerne an der Kardanwelle anbringen. Hat da jemand von euch zufällig schon eine funktionierende Lösung, die ich mir abschauen kann oder muss ich selber knobeln?

Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 24. Aug 2012, 21:43
von cw_schreuer
Hallo Michael
so sieht ein Sensor an der Kardanwelle aus
Gruß
Willi
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 24. Aug 2012, 21:56
von StegMich
Danke Willi, genau dieses Foto hatte ich auf der Festplatte liegen, aber ich weiß nicht mehr, wo ich es her habe. Ist das in deinem MGB so eingebaut?
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 25. Aug 2012, 10:22
von Meenzerbub
Hallo,
hab ja nix gegen "eure" Sensoren, aaaber, da frage ich mich jetzt, warum beim Ausbau der Kardanwelle soon Theater gemacht wird,
JA auf die richtige Position zu achten, beim wieder Einbau, wegen Unwucht und so...
Grüße vom alde Mann, Michel
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 25. Aug 2012, 19:57
von cw_schreuer
Hallo Michel,
dazu braucht die Kardanwelle nicht komplett gelöst werden, sondern nur eine Mutter.
Außerdem sollte man vor dem Ausbau der K.Welle diese durch 2 Kerben kennzeichnen, damit sie wieder in der gleichen Position eingebaut wird. Der kleine Metallwinkel dürfte kein Problem sein.
Habe ich schon mehrfach gemacht ohne eine Unwucht festzustellen.
Hallo Michael
achte beim Einbau eines solchen Sensors auf den Abstand den der Hersteller vorgibt.
Das Gerät sollte nach jeder Veränderung neu geeicht werden.
Grüße aus Stolberg
Willi
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 26. Aug 2012, 20:30
von dopero
cw_schreuer hat geschrieben:
Habe ich schon mehrfach gemacht ohne eine Unwucht festzustellen.
Man kann auch einfach zwei dieser Winkel gegenüber verbauen um eine Unwucht zu vermeiden.
cw_schreuer hat geschrieben:
Das Gerät sollte nach jeder Veränderung neu geeicht werden.
Das ist klar.
Aber gibt es bei Oldtimerveranstaltungen nicht eh einen "Normkilometer", mithilfe dessen man den eigenen Trip auf die Kilometrierung im Roadbook abgleicht?
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 26. Aug 2012, 20:59
von k.knipping
Hallo,
Bei guten Rallyes gibt es eine Referenzstrecke. An Hand dieser kann man seinen Wegstreckenzähler kalibrierten oder man hat einen Umrechnungsfaktor.
Übrigens, bei Den meisten Rallyes ist der Retrotrip erlaubt. Steht immer in der jeweiligen Ausschreibung, was erlaubt ist. Geräte mit LED oder LCD Anzeige sind selten erlaubt.
Klaus Knipping
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 27. Aug 2012, 10:39
von Norbert Sch
Hallo,
grundsätzlich macht keine halbwegs ernsthafte Rallye ohne Wegstreckenzähler Spass.
Meine Erste bin ich nur mit dem Tageszähler gefahren - hoffnungslos. Dann mit Fahrradtacho (Achtung: darauf achte dass es ein Modell ist, welches auch jenseits der 80km/h noch arbeitet). Fahrradtacho ist preiwert, schnell montiert und hat viele Funktionen. Aber der richtige Spass kommt erst mit Geräten wie Brantz Retrotrip oder - das absolut Beste - Halda. Halda haben den Vorteil, dass man sie rückwärts laufen lassen kann und sie bei jeder Rallye verwendet werden dürfen, da rein mechanisch. Die Ennstal-Classic ist aber auch schon die einzige Veranstaltung die ich kenne, wo rein mechanische Geräte Bedingung ist und dies auch streng überwacht wird.
Wenn ein Geber-Sensor verbaut wird, empfehle ich unbedingt diesen an einem Vorderrad (z.B. Bremssattel) zu montieren. Bei einer Gleichmäßigkeitsprüfung mit Schnitttabelle kommt es auf jeden Meter an. Und auf engen Bergstrassen, stramm gefahren und eventuell nasser Strasse haben die Hinterräder jede Menge Schlupf. Dann wird dass Messergebnis an der Hinterachse bei jedem Herausbeschleunigen aus flott gefahrenen Kurve verfälscht. Dies wollte ich erst auch nicht glauben, habe es aber dann doch erfahren.
Letztendlich kommt es aber immer auf die Art der Veranstaltung an (Ausfahrt, Orientierung, Schnittprüfung, Lichtschrankenfahren), was an Equipment benötigt wird.
Gruss
Norbert
Re: Wegstreckenzähler - was und wer baut ein?
Verfasst: 10. Sep 2012, 17:02
von StegMich
Da soll noch einer sagen, dass Oldtimer die Menschen nicht verbinden - kurze Geschichte?
Freitag:
meine Frau: "Was, so viel Geld für einen Kilometerzähler?"
ich: "Ja, weil ... will ich halt haben!"
Sonntag (Oldtimer-Ausfahrt):
meine Frau: "Woher soll ich wissen, wann wir 300 m gefahren sind? Das Teil zeigt doch nur Meilen an und ich will nicht den ganzen Tag rechnen!"
ich (mit Blick nach links): *grins*
Montag:
meine Frau: "Der DHL ist vorbei gefahren. Ist das Paket mit dem Teil von Briese jetzt da? Lass mal sehen..." (VH-Trip)
ich: "Warum...?"
Jetzt muss ich "nur" noch einbauen...