43D Verteiler für MGB

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Henni

43D Verteiler für MGB

#1

Beitrag von Henni » 29. Jan 2003, 13:47

Mein Motor ist fast genauso optimiert, wie der Kollege Jörn seinen Motor vor kurzrm in einem Beitrag beschrieben hat. Hubraumerweiterung auf 1950 ccm,Verdichtung erhöht, größere Ein- und Auslassventile, schärfere Nockenwelle und alle Kleinigkeiten die damit einher gehen. Bestückt ist mein Motor mit Fäscherkrümmer, "Bigbore" Auspuffanlage ohne Mittelschalldämpfer und einer SU HS6 Vergaseranlage.
Jörn beschreibt in seinem Bericht, dass sein Motor mit einem 43D Verteiler läuft.
Und jetzt kommt meine Frage.
In England werden angeblich optimierte Verteiler ohne Unterdruckverstellung angeboten. Unterscheiden sich solche Verteiler von dem standart Lucas 43D Verteiler und wenn ja welcher Verteiler passt besser zu meinem Motor.

Würde mich über Beiträge sehr freuen.

Henni

Jörn
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#2

Beitrag von Jörn » 3. Feb 2003, 20:11

Hallo Henni,

stimmt, ich habe den 43D installiert, weil mir der vor vielen Jahren von Browns & Gammons als sinnvoll für meinen Motor mit 280er Oselli-Nocke und HS6 empfohlen wurde.
Das Auto läuft damit auch gut, aber ich würde ihn trotzdem nicht noch mal einbauen. Ich bin sicher, dass der Motor mit einem 45D oder 25D einen besseren Drehmomentverlauf hätte - so kriegt er erst ab ca 3000 rpm richtig Dampf. Der 43D ohne Vakuum macht n.m.E. mehr Sinn bei einer Weber-Gasfabrik als beim SU.
Ich würde mit MG Motorsport (oder einem anderen Anbieter, der sich mit MG-Mods auskennt) reden und dabei vor allem klären, welche Verteilerkurve für die verwendete Nockenwelle am besten ist und bei einem Verteiler mit Unterdruckverstellung bleiben.

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fliermann
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#3

Beitrag von fliermann » 4. Feb 2003, 23:39

Hallo Jörn,

Deine Antwort halte ich für nicht logisch. Ob ein Auto bei hohen oder niedrigen Drehzahlen richtig gut beschleunigt, hängt nicht von der Unterdruckverstellung ab. Denn der Zündzeitpunkt in Abhängigkeit von der Drehzahl, wird verändert durch die FLIEHKRAFTverstellung ab (die hat normalerweise jeder Verteiler). Die UNTERDRUCKverstellung ist dafür verantwortlich, daß das Auto bei jeder Drosselklappenstellung gut beschleunigt.

Gruß

FRANK (der mit 45D, also mit Unterdruckverstellung fährt)

Jörn
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#4

Beitrag von Jörn » 5. Feb 2003, 08:07

Frank,

da bestätigst Du aber meine Aussage!
In erster Linie bestimmen die Federn im Verteiler, wann und wieweit die Zündung verstellt wird, da hast Du Recht. Ohne Unterdruck ist aber bei niedrigen Drehzahlen und WOT (wide open throttle) die Zündung früher als bei hoher Drehzahl und WOT, weil der Verteiler auf die offnen Drosselklappen nicht reagieren kann. Mit Unterdruck ist also bei niedriger Drehzahl und Vollgas (nämlich offene Drosselklappen) die Zündung später als bei gleichen Bedingungen ohne Unterdruckdose. Und damit passiert das, was ich beschrieben habe :-) Oder ist es doch noch zu früh für so technische Debatten??

Jörn

P.S. Und ich sage ja nicht, dass es nicht funktioniert, Tatsache ist aber, dass die Kombination aus der verwendeten Nocke (eine Oselli 271), dem Kopf und dem Verteiler für guten Dampf ab 2500 rpm sorgt, aber darunter und auch im oberen Drehzahlbereich nicht ganz soviel Leistung bringt wie die früher verbaute Kombi aus der CAEH 714 (Leyland ST) und einem serienmäßigen 45D. Mit letzterer Kombi hatte ich 110 PS @ 5000 und 112 PS @ 5500rpm, mit der Oselli/43D-Kombi bleiben davon 106 PS @ 5000 übrig, darüber kommt kein Leistungszuwachs mehr.

Jörn
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#5

Beitrag von Jörn » 5. Feb 2003, 19:27

@ Frank, also haben wir beide Recht. So ist es doch am schönsten, gelle :-)))

@ Darius,
Danke für die Klarstellung, Du kannst das viel besser ausdrücken als ich . Das der Verteiler alleine kaum etwas mit der Max-Leistung zu tun hat ist schon klar, da ist wirklich eher die Nocke suboptimal. Der Motor wurde auf dem Prüfstand bei Brown & Gammons eingestellt und da wurde der optimale ZZP mit ca 32 Grad ermittelt. Mit mehr klingelt er ziemlich. Ich muß ja schließlich mit dem deutschen Saft mit nur 98 ROZ leben :-))

Harald
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#6

Beitrag von Harald » 5. Feb 2003, 20:40

Hallo alle zusammen,
euer Beitrag war so richtig nach meinem Interesse über die Motorkomponenten.
Kennt jemand von Euch, ich muß schon Asse sagen, die Ansprechdaten von dem 45DE4 Verteiler mit Externer Steuerbox ?
Besten Dank für alle Tips !

Harald

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#7

Beitrag von Jörn » 5. Feb 2003, 21:14

Kaum plaudert man aus dem Nähkästchen.... :-))

Harald, wirf mal hier einien Blick drauf: http://www.teglerizer.com/home.html

Auf der Startseite dann links auf "MG Automobiles" klicken und dann auf "Advance Curves". Ob der von Dir gesuchte Verteiler dabei ist, weiß ich nicht.

Eine andere Adresse zur Recherche ist: http://www.team.net/sol/tech/

Gud lak!

[Dieser Beitrag wurde von Jörn am 05.02.2003 editiert.]

Mathias Tolle
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#8

Beitrag von Mathias Tolle » 6. Feb 2003, 09:29

@Darius, wenn wir schon gerade mal so im Nähkästchen sind, warum wirkt die Unterdruckverstellung nur bis ca 2500 Umd.? Die U-Verst. bei meinem MGA verschiebt die ganze Verteilerplatte zusätzlich zur FK Verstellung. Baut sich bei höheren Drehzahlen und Vollgas nicht so viel U-Druck auf wie bei niedrigen Umdr.?

Grüße
Mathias

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#9

Beitrag von Mathias Tolle » 6. Feb 2003, 12:10

Klar und einleuchtend erklärt!
Danke!

Viele Grüße
Mathias (der immer alles ganz genau wissen will Bild )

stang
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#10

Beitrag von stang » 7. Feb 2003, 13:39

Ahhhh, die 43 D Verteilergeschichte.....

Zunächstmal, der 43D ohne Unterdruckverstellung (den ich übrigens selbst für meinen 18V kalibriert habe) hat einen Verstellwinkel von 20° auf der Kurbelwelle. Die optimale Leistung ab 3.500rpm wird bei ca 35° vor OT abgegeben. Daraus folgt eine Anfangszündzeitpunkt von 15°. Und dies sowohl statisch als auch dynamisch.

Die Verstellkurve kann langsam oder schnell erfolgen, eine Sache der verwendeten Federn bzw. erleichterten Gewichte.

Die Unterdruckverstellung orientiert sich nicht direkt an der Drehzahl sondern eher an dem Manifold Absolute Pressure, im Volksmund Unterdruck genannt. Bei einer Seriennockenwelle ist der Unterdruck im Bereich bis ca 2.000rpm recht hoch und gleichmäßig, weniger pulsierend. Bei einer Nocke mit größerer Überschneidung und einer kleineren Nockenspreizung (unter 108°) wird der Unterdruck weniger und stark pulsierend und kann zur Steuerung einer Unterdruckdose kaum mehr herangezogen werden.

Das Vergaserfabrikat (Weber oder SU) hat damit nichts zu tun.

Stang

Ulrich
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#11

Beitrag von Ulrich » 7. Feb 2003, 15:24

@stang

Hallo Stang,

bei welcher Drehzahl gelten die 15° vor OT, mit oder ohne angeschlossenem Unterdruck?

Vielen Dank.

Gruß Ulrich

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#12

Beitrag von stang » 10. Feb 2003, 08:48

Hi Darius,

zu meinem Motor:

Idle 900 rpm. Kein Klingeln mit 15° vor O.T. CO im Leerlauf 2.8Vol%.
Kein Klingeln bei Beschleunigung noch bei WOT.

Stang

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#13

Beitrag von Jörn » 10. Feb 2003, 16:48

W.O.T = Wide open Throttle

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#14

Beitrag von Jörn » 11. Feb 2003, 12:39

Darius,

kein "Throttle", sondern ein DAU! :-)))
(Dümmster anzunehmender User = ein Begriff, der sich in Computer-relevanten Diskussionsforen als Kurzform für "Otto Normal Computeranwender" eingebürgert hat.

Aber das mit den Anglizismen ist wirklich nicht immer einfach, das ist schon war.

Und wenn man einer Ausage zustimmt, tippt man "ACK" = Aknowlegded"!

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#15

Beitrag von stang » 11. Feb 2003, 13:04

Entschuldigung, ich habe manchmal Schwierigkeiten, Sachen in deutsch auszudrücken die ich nur in englisch kenne.

Stang

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Andreas
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#16

Beitrag von Andreas » 11. Feb 2003, 22:22

Bliebe dann nur noch die Frage offen, wo das "C" in "ACK" herkommt, wenn das für "Aknowledged" steht, gelle, Jörn? ;-)))

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#17

Beitrag von stang » 14. Feb 2003, 09:07

Vieleicht ist die Frage welchen Verteiler man wählt heute einfacher. Als ich so um '90 vor der Frage stand gabe es kaum info. Ich erinnere mich gut, daß ich mit meinem Dad in meinem Office saß und einige Catalogs durchblätterte und mein Dad meinte "Wenn Du nicht weißt welchen Vetrteiler, kauf' sie alle und wir testen sie aus..." So besorgte ich einen überholten 25D4 (Heuten), einen neuen 45D4 (Kischka), einen 43D (Brown & Gammons) und einen Mallory (Ramchargers, Livonia). Nachdem wir eine Testprocedur entwickelt hatten (ohne Last/mit Last/Prüfstand) haben wir diese Procedure abgearbeitet. Der Mallory hatte die besten Ergebnisse, vorallem wegen der Doppelkontaktanordnung der Kontakte. Später, ich meine '97 oder '98 habe ich den 43D mit Pertronix Modul verbaut, der brachte so aufgerüstet gleiche Ergebnisse wie der Mallory Distributor.

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#18

Beitrag von Jörn » 14. Feb 2003, 09:39

Andreas,
keine Ahnung was das "C" da zu suchen hat, die Erklärung kommt aus dem Heise-Forum, dem Treff der Freaks und Trolle :-)

Da hätte ich noch ein paar mehr:

IMHO = In my humble opinion
LOL = laughing out loudly
ROTFLOL = rolling on the floor laughing out loudly (Abgekürzt auch als ROFL)
NT = No text
ASAP = As soon as possible

Man sieht: nicht nur die Oldiefraktion und die Hiphopper haben Ihre Geheimsprache………

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